22.07.2018, 12:13 Uhr

Berlin (AFP) Özil verteidigt Erdogan-Foto und weist Vorwurf politischer Unterstützung zurück

Gündogan, Özil und Erdogan (v.l.). Quelle: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/KAYHAN OZER (Foto: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/KAYHAN OZER)Gündogan, Özil und Erdogan (v.l.). Quelle: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/KAYHAN OZER (Foto: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/KAYHAN OZER)

Nationalspieler äußert sich erstmals öffentlich zu Affäre

Fußballnationalspieler Mesut Özil hat das umstrittene Foto mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan verteidigt und den Vorwurf zurückgewiesen, er habe den Präsidenten damit politisch unterstützen wollen. "Für mich ging es bei dem Foto mit Präsident Erdogan nicht um Politik oder Wahlen", erklärte Özil am Sonntag in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme zu der seit Monaten andauernden Affäre. Er habe damit "das höchste Amt im Land meiner Familie respektiert".

"Für mich war nicht wichtig, wer der Präsident war, sondern dass es der Präsident war", schrieb Özil in der auf Englisch verfassten Erklärung, die auf den Profilen des Fußballers in den Online-Netzwerken veröffentlicht wurde. Er sei Fußballspieler, kein Politiker, und das Treffen sei "keine Unterstützung irgendeiner Politik" gewesen.

Erdogan nicht zu treffen hätte eine Respektlosigkeit gegenüber "den Wurzeln meiner Vorfahren" bedeutet. Auch die britische Premierministerin Theresa May und Queen Elizabeth II. hätten Erdogan bei seinem London-Besuch getroffen.

Özil und sein Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan hatten Mitte Mai in London den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan getroffen und sich mit ihm fotografieren lassen. Gündogan hatte dem Präsidenten ein Trikot mit persönlicher Widmung überreicht.

Das Treffen wenige Wochen vor der Türkei-Wahl und der Fußball-WM löste in Deutschland eine Welle der Empörung aus. Erdogan steht wegen seines repressiven Vorgehens gegen die Opposition und der Einschränkung der Menschenrechte in der Türkei international in der Kritik und führte in den vergangenen Monaten harte Auseinandersetzungen mit der Bundesregierung.


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