20.07.2018, 13:53 Uhr

Jerusalem (AFP) Israelische Gewerkschaften rufen zu Demonstration für LGBT-Rechte auf

Proteste für LGBT-Rechte in Tel Aviv. Quelle: AFP/Archiv/GIL COHEN-MAGEN (Foto: AFP/Archiv/GIL COHEN-MAGEN)Proteste für LGBT-Rechte in Tel Aviv. Quelle: AFP/Archiv/GIL COHEN-MAGEN (Foto: AFP/Archiv/GIL COHEN-MAGEN)

Neues Gesetz erlaubt Leihmutterschaft nicht für homosexuelle Paare

Israelische Gewerkschaften haben für Sonntag zu einem landesweiten Streik aufgerufen, um für die Möglichkeit der Leihmutterschaft für homosexuelle Paare zu demonstrieren. "Der Kampf für gleiche Rechte der LGBT-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) ist wichtig für die israelische Gesellschaft", erklärte die Histadrut-Gewerkschaft am Freitag.

Am Mittwoch hatte das Parlament einen Gesetzesentwurf angenommen, der es alleinstehenden Frauen und solchen, die keine Kinder bekommen können, erlaubt, eine Leihmutter in Anspruch zu nehmen. Alleinstehenden Männern und homosexuellen Paaren steht die Möglichkeit dagegen nicht zu. Vorher war die Leihmutterschaft nur heterosexuellen Paaren erlaubt.

Nach der Entscheidung der Knesset kam es zu Protesten von Gegnern des Gesetzes. Demonstranten blockierten Hauptverkehrsadern in Tel Aviv. Am Sonntag wird mit weiteren Aktionen gerechnet.

Histadrut-Chef Avi Nissenkorn forderte Betriebsräte im ganzen Land dazu auf, "Angestellten, die der LGBT-Community angehören, zu erlauben, an den Protesten teilzunehmen". Nach Einschätzung der Zeitung "Yediot Aharonot" könnte es zu Verzögerungen im Flugplan an Israels internationalem Ben-Gurion-Flughafen kommen.

Israel gilt als Vorreiter bei Rechten Homosexueller. Für viele Konservative und Orthodoxe Israelis ist Homosexualität allerdings weiterhin ein Tabuthema. Zur Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gehören drei nationalistische oder orthodoxe Parteien, die allesamt Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern strikt ablehnen.


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