18.07.2018, 14:46 Uhr

Berlin (AFP) Mehrweg-Allianz fordert Sonderabgabe auf Einwegplastikflaschen und Dosen

Pfandflaschen. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Daniel Bockwoldt (Foto: dpa/AFP/Archiv/Daniel Bockwoldt)Pfandflaschen. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Daniel Bockwoldt (Foto: dpa/AFP/Archiv/Daniel Bockwoldt)

Mehrwegquote mit 43 Prozent weit von 70-Prozent-Zielmarke entfernt

Angesichts einer niedrigen Mehrwegquote haben die Deutsche Umwelthilfe und weitere Verbände eine Sonderabgabe von 20 Cent auf Einwegplastikflaschen und Dosen gefordert. Derzeit liege die Mehrwegquote nur bei 43 Prozent, beklagte die Mehrweg-Allianz am Mittwoch. Dies ist weit entfernt von den 70 Prozent, die im 2017 beschlossenen Verpackungsgesetz als Ziel genannt werden.

"Das Getränke-Mehrwegsystem gerät durch den Vormarsch unökologischer Einwegflaschen und Dosen immer weiter unter Druck", erklärte die Mehrweg-Allianz. Nicht nur internationale Getränkekonzerne wie Coca-Cola, Pepsi und Danone Waters oder die Discounter Aldi und Lidl, sondern auch große deutsche Getränkehersteller handelten "nicht nach der verbindlichen Wiederverwendungsquote und stellen das Mehrwegsystem in Frage".

Allein in Deutschland würden jährlich rund 16 Milliarden Einweg-Plastikflaschen mit einem Gewicht von mehr als 450.000 Tonnen hergestellt. Dies habe "fatale Folgen" für die Umwelt.

Die Bundesregierung müsse deswegen einen "konkreten Maßnahmenplan" vorlegen, wie die Mehrwegquote von derzeit 43 Prozent auf 70 Prozent im Jahr 2021 gesteigert werde. Hierzu gehöre auch eine "frühzeitige Sanktionierung des absehbaren Unterschreitens der Mehrwegquote" durch eine Sonderabgabe auf Einwegplastikflaschen und Dosen.

"Deutschland muss vom Bremser zum Gestalter werden und die Mehrwegquote auch mit Sanktionen durchsetzen", forderte das Bündnis, dem neben der Deutschen Umwelthilfe auch die Stiftung Initiative Mehrweg, der Verband des deutschen Getränkefachgroßhandels, der Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels, der Verband Private Brauereien Deutschland und der Verband Pro Mehrweg angehören.

Unverständnis zeigte die Mehrweg-Allianz auch über die fortbestehenden Ausnahmen für Säfte und Nektare bei der Einwegpfandregelung. Niemand könne nachvollziehen, "warum dieselbe Einwegplastikflasche mit Cola bepfandet, aber mit Saft unbepfandet sein soll". Technologische Gründe beim Recylcling für eine solche Unterscheidung gebe es jedenfalls nicht mehr.


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