18.07.2018, 13:34 Uhr

Berlin (AFP) DIHK beklagt Rekordzahl bei unbesetzten Lehrstellen

Schüler in einem Orientierungskurs in einer Motorenwerkstatt. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Ralf Hirschberger (Foto: dpa/AFP/Archiv/Ralf Hirschberger)Schüler in einem Orientierungskurs in einer Motorenwerkstatt. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Ralf Hirschberger (Foto: dpa/AFP/Archiv/Ralf Hirschberger)

17.000 Betriebe erhielten auf ausgeschriebene Plätze gar keine Bewerbung

Die Zahl der Unternehmen, die ihre Lehrstellen nicht besetzen können, hat einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. 17.000 Betriebe hätten auf ihre ausgeschriebenen Ausbildungsplätze überhaupt keine Bewerbung erhalten, erklärte der DIHK am Mittwoch. 2016 betraf dies demnach noch 15.500 Unternehmen.

"Damit steht fast jeder zehnte Betrieb ohne Bewerber da", erklärte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Dies sei eine "gefährliche Entwicklung." Deutschland gingen die Fachkräfte aus: Einen Mangel gebe es "nicht nur bei Lehrern, Erziehern und Pflegeberufen, sondern auch bei Mechatronikern, Fachinformatikern und Köchen".

Nötig ist nach Ansicht des DIHK deshalb, einen höheren Anteil an Schulabgängern für die berufliche Bildung zu gewinnen. Verschärft werde die Situation dadurch, dass zunehmend erfahrene Mitarbeiter aus der Generation der sogenannten Baby-Boomer in Rente gingen. Zu begrüßen seien die großen Anstrengungen von Betrieben bei der Förderung von lernschwächeren Jugendlichen oder der Integration von Geflüchteten.

Insgesamt blieben der Umfrage zufolge im vergangenen Jahr in jedem dritten Betrieb (34 Prozent) Ausbildungsplätze unbesetzt. Auch dies sei der "höchste jemals in unserer Ausbildungsumfrage ermittelte Wert", erklärte Schweitzer. Für die Erhebung wurden Ende April und im Mai 10.335 Unternehmen online befragt.


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