16.07.2018, 00:04 Uhr

Moskau (AFP) Frauen-Punkband Pussy Riot bekennt sich zu Flitzer-Aktion beim WM-Finale

Einsatz gegen Aktivistin bei WM-Endspiel. Quelle: AFP/Mladen ANTONOV (Foto: AFP/Mladen ANTONOV)Einsatz gegen Aktivistin bei WM-Endspiel. Quelle: AFP/Mladen ANTONOV (Foto: AFP/Mladen ANTONOV)

Aktivisten verbinden Aktion mit politischen Forderungen

Die russische Frauen-Punkband Pussy Riot hat sich zu der Flitzer-Aktion während des Fußball-WM-Finales am Sonntag in Moskau bekannt. In sozialen Medien im Internet stellte die Gruppe zugleich mehrere politische Forderungen: Unter anderem sollten alle politischen Gefangenen freigelassen werden; zudem forderte die Gruppe ein Ende von Festnahmen bei friedlichen Protesten. Überdies müsse politischer Wettbewerb im Land erlaubt werden.

Drei Frauen und ein Mann in Polizeiuniformen waren während des WM-Endspiels zwischen Frankreich und Kroatien auf das Spielfeld im Moskauer Luschniki-Stadion gerannt. Das Spiel wurde kurz unterbrochen, Sicherheitskräfte schleiften die Aktivisten vom Spielfeld; diese leisteten keinen Widerstand. Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, die vier Aktivisten seien zur Befragung auf eine Polizeiwache gebracht worden.

Russlands Staatschef Wladimir Putin befand sich während der Aktion gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Frankreich und Kroatien, Emmanuel Macron und Kolinda Grabar-Kitarovic, im VIP-Bereich des Stadions.

Pussy Riot ist vor allem bekannt für eine Protestaktion 2012 in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale: Dort hatten sie ein "Punk-Gebet" aufgeführt, in dem sie Putin offen kritisierten. Wegen "Rowdytums" und "Aufwiegelung zu religiösem Hass" wurden drei Bandmitglieder zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt, sie kamen jedoch vorzeitig frei.


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