13.07.2018, 13:22 Uhr

Aylesbury (AFP) May: London und Washington wollen "ambitioniertes" Handelsabkommen

Trump und May vor der Presse in Chequers. Quelle: AFP/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Brendan Smialowski)Trump und May vor der Presse in Chequers. Quelle: AFP/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Brendan Smialowski)

Trump rudert nach massiver Kritik an May zurück

Die USA und Großbritannien streben nach den Worten der britischen Premierministerin Theresa May ein groß angelegtes Freihandelsabkommen an. "Wir sind heute übereingekommen, dass wir ein ambitioniertes Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA anstreben, wenn Großbritannien die Europäische Union verlässt", sagte May am Freitag nach ihrem Treffen mit US-Präsident Donald Trump auf ihrem Landsitz Chequers.

Der US-Präsident hatte vor dem Gespräch May in einem Zeitungsinterview massiv wegen deren Brexit-Politik kritisiert und gesagt, diese werde ein bilaterales Abkommen zwischen Washington und London "wahrscheinlich töten".

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz am Freitagmittag erklärte Trump nun, er habe May gar nicht kritisiert. Wie auch immer die britische Regierung den Ausstieg aus der Europäischen Union gestalte - für ihn sei dies in Ordnung. Alles andere sei "fake news".

Mit seinem Interview mit der Boulevardzeitung "Sun" hatte Trump am Donnerstag klar das Lager der Brexit-Hardliner unterstützt, die sich gegen Mays Linie stellen und mit Rücktritten eine Regierungskrise auslösten. Trump ging sogar soweit zu sagen, dass der zurückgetretene Außenminister, May-Rivale und Brexit-Hardliner Boris Johnson ein "großartiger Premierminister" wäre.

Sowohl im konservativen Regierungslager als auch bei der oppositionellen Labour-Partei sorgten Trumps Attacken und Einmischungen in die britische Politik für Empörung. "Wo sind Ihre Manieren, Herr Präsident?", schrieb Hochschulminister Sam Gyimah am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter.


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