13.07.2018, 12:49 Uhr

Tunis (AFP) Mutmaßlicher Bin-Laden-Leibwächter nach Abschiebung in Tunesien festgenommen

Al-Kaida-Anhänger in Pakistan mit Bin-Laden-Porträt. Quelle: ا ف ب/Archiv/بناراس خان (Foto: ا ف ب/Archiv/بناراس خان)Al-Kaida-Anhänger in Pakistan mit Bin-Laden-Porträt. Quelle: ا ف ب/Archiv/بناراس خان (Foto: ا ف ب/Archiv/بناراس خان)

Deutsche Beamte überstellen Sami A. an Behörden des Heimatlands

Der mutmaßliche Islamist Sami A. ist nach seiner Abschiebung aus Deutschland in Tunesien festgenommen worden. Die deutschen Behörden hätten A. am Morgen in Tunis übergeben, wo er umgehend in Gewahrsam genommen worden sei, sagte der Sprecher der tunesischen Anti-Terror-Staatsanwaltschaft, Sofiène Sliti, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Der Ausgelieferte sei der frühere Leibwächter des 2011 getöteten Al-Kaida-Führers Osama bin Laden und habe ein Training in Afghanistan durchlaufen.

Der tunesische Staatsbürger A. hatte seine Abschiebung verhindern wollen: Noch am Donnerstag hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen den Beschluss gefasst, dass A. vorläufig nicht abgeschoben werden könne. "Damit bleibt das für ihn festgestellte Abschiebungsverbot für Tunesien bis zu einer abschließenden Entscheidung im Klageverfahren wirksam", erklärte das Gericht. Es liege keine "diplomatisch verbindliche Zusicherung der tunesischen Regierung" vor, dass ihm keine Folter drohe.

Den Angaben des Gerichts zufolge hatte der Tunesier bereits 2006 einen Asylantrag gestellt, mit dem er geltend gemacht habe, dass er wegen drohender menschenrechtswidriger Behandlung nicht nach Tunesien zurückgebracht werden könne.

Der 1976 geborene A. war nach Gerichtsangaben 1997 zum Studium nach Deutschland gekommen. Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 2000 eine militärische und ideologische Ausbildung in einem Lager der Al Kaida in Afghanistan absolviert und zeitweise zur Leibgarde von Osama Bin Laden gehört zu haben. Anschließend soll er sich in Deutschland als salafistischer Prediger betätigt haben.

Der Kläger streitet diese Vorwürfe laut Gericht ab. Die Bundesanwaltschaft hatte gegen ihn ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet, aber schließlich mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.


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