10.07.2018, 16:02 Uhr

Mae Sai (AFP) Alle 13 Eingeschlossenen aus Höhle in Thailand gerettet

Rettungskräfte schließen Einsatz in Thailand ab. Quelle: AFP/YE AUNG THU (Foto: AFP/YE AUNG THU)Rettungskräfte schließen Einsatz in Thailand ab. Quelle: AFP/YE AUNG THU (Foto: AFP/YE AUNG THU)

Rettungskräfte schließen Einsatz erfolgreich ab

Die ganze Welt hat Anteil an ihrem Schicksal genommen - jetzt sind die in einer überschwemmten Höhle eingeschlossenen thailändischen Jungen und ihr Fußballtrainer allesamt gerettet. Nach einer dreitägigen dramatischen Rettungsaktion wurden am Dienstag im Norden Thailands die letzten der 13 Eingeschlossenen von Rettungskräften aus der Tham-Luang-Höhle ins Freie begleitet. Die Geretteten befanden sich zur Beobachtung im Krankenhaus.

Am Sonntag hatte die Rettungsaktion begonnen, am Dienstag hatten die Angehörigen endlich Gewissheit: Alle zwölf Jungen und ihr Trainer wurden aus der Höhle befreit, wie die thailändischen Sicherheitskräfte mitteilten. Sie seien alle "in Sicherheit".

Auch vier zunächst in der Höhle verbliebene Marinetaucher, darunter ein Arzt, gelangten am Dienstagabend schließlich ins Freie zurück, wie der Leiter des Rettungseinsatzes, Narongsak Osottanakorn, sagte.

Die zwölf Jungen und ihr Trainer hatten 18 Tage in der Höhle ausgeharrt. Seit Sonntag wurden sie in zwei Vierer- und einer Fünfergruppe geborgen. Wegen aufziehenden Regens wollten die Helfer den Einsatz am Dienstag abschließen: Der Regen hätte die Höhle weiter überfluten können.

Auch ohne den drohenden erneuten Regen war die Rettungsaktion äußerst kompliziert und risikoreich. Die zwischen elf und 16 Jahre alten Jungen mussten sich vier Kilometer weit durch enge, unter Wasser stehende Tunnel zwängen.

Ein professioneller Taucher und freiwilliger Helfer sprach im Sender BBC von "extrem gefährlichen" Bedingungen bei "null Sicht". Die meisten Jungen konnten nicht schwimmen, keiner von ihnen hatte Taucherfahrung. Eine Sorge war, dass sie in Panik geraten könnten.

Wie Thailands Ministerpräsident Prayut Chan-O-Cha am Dienstag mitteilte, hatten die Jungen daher Beruhigungsmittel verabreicht bekommen. "Es war ein leichtes Beruhigungsmittel, damit sie keine Angst haben", sagte Prayut.

Wie gefährlich die Bedingungen für die Rettung waren, zeigte der Tod eines ehemaligen thailändischen Marinesoldaten: Er kam beim Vorbereiten der Rettung am Freitag in einem gefluteten Tunnel ums Leben. Der Rettungschef nannte die Aufgabe eine "Mission Impossible" (unmögliche Mission).

Der Taucher Ivan Karadcic zeigte sich von der Besonnenheit der Jungen beeindruckt. "Unglaublich starke Kinder", sagte er der BBC. Die Rettungskräfte hatten den Eingeschlossenen in der Höhle beigebracht, wie man eine Maske trägt und mit Hilfe eines Sauerstofftanks atmet.

Unklar war noch, wie sich die Zeit in der Höhle auf den Gesundheitszustand der Geretteten auswirken würde. Experten zufolge könnte das Trinken kontaminierten Wassers oder der Kontakt mit Fledermauskot zu Infektionen führen. Die Geretteten sollten in Quarantäne bleiben, bis Infektionen ausgeschlossen sind.

Eine Einladung zum Finale der Fußball-Weltmeisterschaft am Sonntag konnten sie daher nicht annehmen: Die Fifa sei darüber informiert worden, dass die Jungen aus medizinischen Gründen nicht zum Endspiel nach Moskau reisen könnten, sagte ein Sprecher des Weltfußballverbands. Fifa-Chef Gianni Infantino hatte die Hobby-Fußballer eingeladen, nach ihrer Rettung das WM-Finale am Sonntag zu besuchen.

Die zwölf Jungen und ihr Trainer hatten sich am 23. Juni nach dem Fußballtraining in die Höhle gewagt und waren dann vor den durch heftigen Regenfälle verursachten Wassermassen tief ins Innere geflüchtet. Nach neun Tagen allein in der Dunkelheit wurden sie von zwei britischen Tauchern entdeckt, auf einem schlammigen Felsvorsprung kauernd.

Das Drama fesselte Menschen weltweit. Die Jungen erhielten Unterstützung von Berühmtheiten wie US-Präsident Donald Trump, Fußballstar Lionel Messi und Hich-Tech-Pionier Elon Musk.


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