10.07.2018, 11:13 Uhr

Berlin (AFP) Zahl der Asylanträge im ersten Halbjahr deutlich unter Vorjahreswert

Im ersten Halbjahr 16,4 Prozent weniger Asylanträge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Uli Deck (Foto: dpa/AFP/Archiv/Uli Deck)Im ersten Halbjahr 16,4 Prozent weniger Asylanträge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Uli Deck (Foto: dpa/AFP/Archiv/Uli Deck)

Von Mai auf Juni Anstieg um 6,1 Prozent - Seehofer sieht Obergrenze in Gefahr

Die Zahl der Asylanträge ist im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesunken. Insgesamt wurden von Januar bis Juni 93.316 Asylanträge in Deutschland gestellt, davon 81.765 Erstanträge, wie das Bundesinnenministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Das sind 16,4 Prozent oder 18.300 Fälle weniger als im ersten Halbjahr 2017.

Im Juni gab es dem Ministerium zufolge 13.254 Asylanträge, darunter 11.509 Erstanträge. Dies waren 13,2 Prozent weniger als im Vorjahr, aber 6,1 Prozent mehr als im Mai.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte zum Anstieg von Mai auf Juni, damit werde es "zunehmend wahrscheinlich", dass der im Koalitionsvertrag vereinbarte Korridor für die Zuwanderung von 180.000 bis 220.000 Menschen jährlich erreicht werde oder sogar überschritten werden könnte.

Die Linke kritisierte diese Aussage angesichts der vorliegenden Zahlen scharf. Es sei "falsch und verhetzend", wenn Seehofer orakele, die von der Regierungskoalition vereinbarte Begrenzung werde in diesem Jahr vermutlich erreicht oder sogar überschritten, erklärte die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke. Der Innenminister betätige sich mit "seinen falschen Prognosen weiter als Brandstifter der Demokratie und verhetzt die Republik".

Das Hauptherkunftsland blieb in der ersten Jahreshälfte mit einem deutlichen Abstand Syrien, von wo 22.520 Antragssteller stammten. Es folgten Irak, Afghanistan und Nigeria. Unter den zehn häufigsten Herkunftsstaaten gab es aus drei Staaten im ersten Halbjahr einen Anstieg: Aus Nigeria, der Türkei und Georgien kamen mehr Antragssteller. Aus den sieben weiteren Ländern verringerte sich die Zahl der Anträge.


0 Kommentare