08.07.2018, 17:00 Uhr

Mae Sai (AFP) Rettung nach mehr als zwei Wochen des Bangens

Rettungswagen verlässt das Gebiet der Tham-Luang-Höhle. Quelle: AFP/LILLIAN SUWANRUMPHA (Foto: AFP/LILLIAN SUWANRUMPHA                 )Rettungswagen verlässt das Gebiet der Tham-Luang-Höhle. Quelle: AFP/LILLIAN SUWANRUMPHA (Foto: AFP/LILLIAN SUWANRUMPHA )

Die ersten vier Jungen haben thailändische Tham-Luang-Höhle verlassen

Nach mehr als zwei Wochen des Bangens haben die ersten Mitglieder der thailändischen Junior-Fußballmannschaft die überflutete Höhle verlassen können. Wenige Stunden nach Beginn der riskanten Rettungsaktion wurden am Sonntag die ersten vier der zwölf Jungen ins Krankenhaus gebracht. Auf dem Weg ins Freie mussten sie in der kilometerlangen Tham-Luang-Höhle durch schlammiges Wasser, gefährliche Engstellen und Strömungen tauchen. Über Nacht wurden die Rettungsarbeiten unterbrochen.

Am Höhlenausgang standen Rettungswagen bereit, die ersten Geretteten wurden sofort per Krankenwagen und Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Insgesamt vier Jungen hätten die Höhle verlassen, wie Einsatzleiter Narongsak Osottanakorn am Abend sagte.

Zuvor hatte es aus dem Verteidigungsministerium geheißen, sechs Jungen seien gerettet worden. Dies wurde aber vom Einsatzleiter und den Marinetauchern korrigiert. Somit warteten noch acht Jungen und ihr 25-jähriger Trainer auf ihre Rettung. Diese sollte laut Narongsak frühestens nach zehn Stunden beginnen.

Die Einsatzkräfte hatten sich zum Beginn des Rettungseinsatzes entschlossen, weil die Zeit wegen drohender Regenfälle knapp wurde. Außerdem sank der Sauerstoffgehalt in der Höhlenkammer, in die sich die Fußballmannschaft geflüchtet hatte.

"Heute ist der Tag X", der Rettungseinsatz habe begonnen, verkündete Einsatzleiter Narongsak daher am Sonntagmorgen. Wenn der Rettungseinsatz nicht sofort anlaufe, würden die Jungen und die Rettungskräfte "die Gelegenheit verpassen".

Die Einsatzkräfte hatten angekündigt, die Fußballer sollten "einer nach dem anderen" aus der überschwemmten Höhle hinausgebracht werden. Der Rettungseinsatz werde daher voraussichtlich zwei bis drei Tage dauern.

Begleitet von Profi-Tauchern legten die Jungen die mehr als vier Kilometer lange Strecke durch die Höhle zurück. Dabei mussten sie sich auf weiten Strecken tauchend fortbewegen, sich durch Engstellen zwängen und gegen die Strömung kämpfen.

Der Tauchgang durch die weit verzweigte Höhle ist schon für Profis kräftezehrend. Die Jungen und ihr Trainer waren erst in den vergangenen Tagen mit den Grundregeln des Tauchens vertraut gemacht worden, einige von ihnen können nicht einmal schwimmen.

Da die Jungen in dem schlammigen Wasser praktisch nichts sehen können, wurden Taue befestigt, an denen sie sich voran hangeln sollten. Wie gefährlich das Unterfangen ist, hatte am Freitag der Tod eines erfahrenen thailändischen Tauchers gezeigt, der auf dem Weg aus der Höhle wegen Sauerstoffmangels gestorben war.

Die elf bis 16 Jahre alten Jungen waren am 23. Juni mit ihrem Trainer zu einem Ausflug in die Höhle gegangen und nach Regengüssen von steigenden Wassermassen überrascht worden. Erst neun Tage später wurden sie von Tauchern gefunden und mit Nahrung versorgt. Seit mehr als zwei Wochen bangt ganz Thailand um das Schicksal der Jungen, die aus aller Welt Unterstützungsbotschaften erhielten.

Zunächst hatten die Einsatzkräfte versucht, einen alternativen Höhlenausgang für die Rettung zu finden. Außerdem zogen sie die Möglichkeit in Betracht, dass die Rettung erst in ein paar Monaten erfolgen könnte, wenn nach dem Ende der Monsunzeit das Wasser aus der Höhle abläuft. Der steigende Wasserspiegel und der gleichzeitig fallende Sauerstoffgehalt in der Höhle zwangen sie aber schließlich zum sofortigen Handeln.


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