08.07.2018, 12:30 Uhr

Addis Abeba (AFP) Treffen zwischen Äthiopiens Präsident und Eritreas Regierungschef

Abiy Ahmed (l.) und Isaias Afwerki . Quelle: AFP/Archiv/Sumy SADRUNI, ASHRAF SHAZLY (Foto: AFP/Archiv/Sumy SADRUNI, ASHRAF SHAZLY)Abiy Ahmed (l.) und Isaias Afwerki . Quelle: AFP/Archiv/Sumy SADRUNI, ASHRAF SHAZLY (Foto: AFP/Archiv/Sumy SADRUNI, ASHRAF SHAZLY)

Staaten am Horn von Afrika wollen Grenzkonflikt beilegen

Im Bemühen um ein Ende des Grenzkonflikts mit Äthiopien hat Eritreas Präsident Isaias Afwerki den äthiopischen Regierungschef Abiy Ahmed am Sonntag in der eritreischen Hauptstadt Asmara empfangen. Fernsehbilder zeigten, wie sich die beiden Politiker umarmten - vor wenigen Wochen wäre das noch undenkbar gewesen.

Der neue Regierungschef Abiy hatte im April in seiner Antrittsrede versprochen, mit Eritrea zu einer Friedenslösung zu kommen. Anfang Juni kündigte er an, den Beschluss einer von der UNO unterstützten internationalen Schiedskommission über den Grenzverlauf aus dem Jahr 2002 "vollständig" umzusetzen. Äthiopien werde sich aus umstrittenen Gebieten zurückziehen. Ende Juni reiste dann eine ranghohe Delegation aus Eritrea nach Addis Abeba.

Eritrea hatte sich Anfang der 90er Jahre nach einem drei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten und sich 1993 für unabhängig erklärt. Das weit größere Äthiopien verlor dadurch den direkten Zugang zum Roten Meer.

Die beiden ostafrikanischen Länder am Horn von Afrika trugen von 1998 bis 2000 einen blutigen Krieg aus, in dem rund 80.000 Menschen getötet wurden. In der Waffenstillstandsvereinbarung vom Dezember 2000 einigten sie sich darauf, den Verlauf der tausend Kilometer langen gemeinsamen Grenze von einer internationalen Kommission bestimmen zu lassen.

Die Spannungen zwischen beiden Staaten dauerten aber wegen der Weigerung Äthiopiens an, den Schiedsspruch von 2002 zu akzeptieren. Immer wieder kam es zu Scharmützeln, bei denen hunderte Menschen starben.


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