08.07.2018, 09:38 Uhr

Berlin (AFP) Staatsschutz ermittelt nach mutmaßlich antisemitischem Angriff in Berlin

Blaulicht der Polizei. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Rolf Vennenbernd (Foto: dpa/AFP/Archiv/Rolf Vennenbernd)Blaulicht der Polizei. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Rolf Vennenbernd (Foto: dpa/AFP/Archiv/Rolf Vennenbernd)

Mann soll wegen Davidstern-Kette verprügelt worden sein

Nach einem mutmaßlich antisemitisch motivierten Angriff in Berlin hat die Berliner Polizei zehn Verdächtige vorübergehend festgenommen. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, wurde ein 25-Jähriger erst antisemitisch beleidigt und dann geschlagen. Zuvor hatte die "Welt" berichtet, ein Syrer sei von einer Gruppe von Landsleuten angegriffen worden. Der polizeiliche Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf.

Nach Angaben der Polizei hatte der Mann am Frühen Samstagmorgen in einem Park im Stadtteil Mitte eine Gruppe aus Männern und Frauen um Feuer für seine Zigarette gebeten. Daraufhin soll ihn ein Mann aus der Gruppe angepöbelt und ihm die Zigarette aus dem Mund genommen haben. Darüber sei es zu einem Streit zwischen dem 25-Jährigen und dem noch Unbekannten gekomen, erklärten die Beamten. Letzterer habe dann einen an einer Kette getragenen Davidstern des 25-Jähringen entdeckt. Dann soll er ihm die Kette vom Hals gerissen und antisemitische Schmähungen geäußert haben.

Anschließend soll er ihm wiederholt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Daraufhin sei der 25-Jährige zu Boden gegangen, habe seinerseits eine Beleidigung gegen den Angreifer ausgesprochen und sei anschließend weggerannt. Nur einige Meter weiter fiel er nach Angaben der Polizei jedoch erneut zu Boden. Darauhin sollen mehrere Mitglieder der Gruppe auf ihn eingeschlagen und eingetreten haben. Erst als Passanten zur Hilfe eilten, hörten die Angreifer auf und flüchteten.

Alarmierte Polizisten nahmen noch in der Nähe drei Frauen im Alter von 15 und 21 Jahren und sieben Männer im Alter von 17 bis 25 Jahren fest und brachten sie in eine Gefangenensammelstelle. Der 25-Jährige erlitt Platzwunden am Kopf und wurde in einem Krankenhaus ambulant behandelt. Die zehn Tatverdächtigen wurden der Polizei zufolge nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen am Samstag wieder freigelassen. Die weiteren Ermittlungen führt nun der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt.

In Berlin war es zuletzt wiederholt zu antisemitischen Übergriffen gekommen. Mitte April sorgte ein Gürtelangriff auf zwei Männer mit Kippa im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg bundesweit für Empörung und löste eine Debatte über Antisemitismus in Deutschland aus.


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