05.07.2018, 12:49 Uhr

Berlin (AFP) May kündigt umfassende Untersuchung zum neuen Nowitschok-Fall an

Merkel trifft May im Kanzleramt. Quelle: AFP/Omer MESSINGER (Foto: AFP/Omer MESSINGER)Merkel trifft May im Kanzleramt. Quelle: AFP/Omer MESSINGER (Foto: AFP/Omer MESSINGER)

Britische Premierministerin äußert sich in Berlin "zutiefst beunruhigt"

Die britische Premierministerin Theresa May hat eine umfassende Untersuchung zum erneuten Nowitschok-Fall in Großbritannien angekündigt. "Die Polizei, das weiß ich, wird keinen Stein auf dem anderen lassen bei den Ermittlungen zur Klärung des Geschehens", sagte May am Donnerstag zum Auftakt ihres Treffens mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Der neue Fall sei "zutiefst beunruhigend".

Ihre Gedanken seien bei den Menschen in Wiltshire, wo ein Mann und eine Frau am vergangenen Samstag aus bisher ungeklärter Ursache dem Nervengift ausgesetzt waren und nun in Lebensgefahr schweben. Der Fall weckt in Großbritannien Erinnerungen an den Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal Anfang März in Salisbury, der nach britischen Erkenntnissen ebenfalls mit Nowitschok verübt wurde und für den die britische Regierung Russland verantwortlich macht.

Im Gegensatz zum Fall Skripal gehen die britischen Ermittler zunächst nicht von einem gezielten Anschlag gegen das Paar aus, das in einem Haus in der Nähe von Salisbury bewusstlos gefunden wurde. Woher das Nowitschok-Gift im jüngsten Fall genau komme, müssten weitere Untersuchungen zeigen, hieß es in London.

Der Fall Skripal hatte zu einem tiefen Zerwürfnis zwischen Großbritannien und Russland geführt, Moskau weist die britischen Vorwürfe entschieden zurück. Die westlichen Verbündeten hatten sich mit der Regierung in London solidarisiert. May dankte Deutschland am Donnerstag für die "standhafte Unterstützung, die Sie uns nach dem Chemiewaffenangriff in Salisbury gezeigt haben".

Der britische Sicherheitsminister Ben Wallace bekräftigte am Donnerstag in London den Vorwurf, Russland sei für den Anschlag auf Skripal verantwortlich. Er forderte von Moskau erneut Aufklärung. Innenminister Sajid Javid verlangte ebenfalls von Moskau, nach dem neuerlichen Fall sei es nun an der Zeit, "dass der russische Staat genau erklärt, was passiert ist".


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