05.07.2018, 07:10 Uhr

Düsseldorf (AFP) Studie: Gehaltsabstand zwischen Topmanagern und Mitarbeitern deutlich gewachsen

Geldscheine. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jens Wolf (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jens Wolf)Geldscheine. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jens Wolf (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jens Wolf)

Dax-Vorstände bekommen im Schnitt das 71-Fache eines Angestellen

Der Abstand zwischen der Vergütung von Topmanagern und ihren Mitarbeitern ist einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Vorstände von Dax-Unternehmen verdienten im vergangenen Jahr im Schnitt 71-mal so viel wie ein durchschnittlicher Beschäftigter in ihrer Firma, so das Ergebnis der Studie der Hans-Böckler-Stiftung. 2014 war es demnach noch das 57-Fache.

Die Bandbreite bei den einzelnen Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) ist dabei sehr groß: Im vergangenen Jahr reichte sie vom 20-Fachen bei der Commerzbank bis zum 159-Fachen bei der Deutschen Post.

Das Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (IMU) der Hans-Böckler-Stiftung berechnete die sogenannte Manager-to-Worker-Pay-Ratio zum fünften Mal seit 2005. In den zwölf Jahren bis 2017 ist der Gehaltsabstand zwischen Topmanagern und einem Durchschnittsbeschäftigten demnach um rund 70 Prozent gewachsen. 2005 bekam ein Vorstandsmitglied im Dax im Schnitt 42-mal so viel wie ein Beschäftigter.

IMU-Expertin Marion Weckes berechnete erstmals auch den Unterschied zwischen den Vergütungen von Unternehmenschefs - die im Vorstand am meisten verdienen - und durchschnittlichem Angestellten. Im vergangenen Jahr verdiente ein Dax-Chef demnach 97-mal so viel wie der Durchschnitt der Belegschaft. Deutsche-Post-Chef Frank Appel führt die Liste mit dem 232-Fachen Einkommen an, darauf folgen die Chefs von Heidelberg Cement, Adidas, Daimler und SAP. Schlusslicht ist die Commerzbank - Chef Martin Zielke bekam das 25-Fache.

Deutsche Unternehmen müssen nicht angeben, wie das Verhältnis zwischen Vorstandsvergütung und durchschnittlichem Verdienst im Unternehmen ausfällt. Weckes monierte dies und forderte die Bundesregierung auf, mit der anstehenden Umsetzung der EU-Aktionärsrichtlinie in deutsches Recht für mehr Transparenz zu sorgen. "Das ist auch mit Blick auf das Gerechtigkeitsempfinden und die Motivation der Belegschaften wichtig."


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