04.07.2018, 16:00 Uhr

Amesbury (AFP) London behandelt mysteriösen Fall in Amesbury mit "äußerster Ernsthaftigkeit"

Polizisten vor einer Apotheke in Amesbury. Quelle: AFP/Geoff CADDICK (Foto: AFP/Geoff CADDICK)Polizisten vor einer Apotheke in Amesbury. Quelle: AFP/Geoff CADDICK (Foto: AFP/Geoff CADDICK)

Zwei Menschen wegen "unbekannter Substanz" in Lebensgefahr

Die britische Regierung behandelt den mysteriösen Fall in Südengland, wo zwei Menschen infolge einer "unbekannten Substanz" in Lebensgefahr schweben, mit "äußerster Ernsthaftigkeit". Premierministerin Theresa May sowie hochrangige Minister würden ständig "auf dem Laufenden gehalten", teilte Mays Büro am Mittwoch mit. Demnach fand bereits eine Dringlichkeitssitzung statt, um Informationen über die Erkenntnisse und die Lage vor Ort zu erhalten.

Ein Mann und eine Frau waren bereits am Samstag in lebensbedrohlichem Zustand in einem Haus in dem Dorf Amesbury in Südengland entdeckt worden. Der Ort des Geschehens liegt nur etwa zwölf Kilometer von Salisbury entfernt, wo der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter im März mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet worden waren.

Das Paar wird nach Polizeiangaben wegen "mutmaßlichen Kontakts mit einer unbekannten Substanz" im Krankenhaus in Salisbury behandelt. Es ist dasselbe Krankenhaus, in dem auch die Skripals behandelt worden waren.

Die Polizei bewertete den Vorfall zwar als "schwerwiegend", traf zunächst aber keine Aussagen darüber, ob es sich um einen üblichen Kriminalfall oder um einen zweiten Fall Skripal handeln könnte. Die britische Terrorabwehr wurde eingeschaltet.

Der Nachrichtenagentur AFP sagte Anwohner Sam Hobson im Amesbury, er sei ein Freund der beiden. Ihm zufolge handelt es sich bei ihnen um Charlie Rowley und Dawn Sturgess. Sturgess habe zuerst Krankheitsanzeichen gezeigt, Rowley etwas später, sagte er.

Hobson zufolge wirkte Rowley durch die Symptome, als sei er "in einer anderen Welt". "Er hat extrem viel geschwitzt, der Schweiß tropfte", erzählte der 29-Jährige. "Man konnte nicht mit ihm reden, er hat seltsame Geräusche gemacht und ist vor und zurück gewippt."

Skripal und seine Tochter waren am 4. März bewusstlos in Salisbury gefunden worden und lagen danach wochenlang im Krankenhaus. Die britische Regierung macht Russland für den Giftanschlag mit dem Nervengift der Nowitschok-Gruppe verantwortlich. Moskau weist die Vorwürfe vehement zurück. Der Fall führte zu einem tiefen Zerwürfnis zwischen Russland und Großbritannien.


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