03.07.2018, 13:30 Uhr

Nürnberg (AFP) Zahl der befristeten Arbeitsverträge auf neuem Höchststand

Arbeitsvertrag. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jan-Philipp Strobel (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jan-Philipp Strobel)Arbeitsvertrag. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jan-Philipp Strobel (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jan-Philipp Strobel)

Grüne fordern Reform auch der Leiharbeit

Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. 2017 gab es rund 3,15 Millionen befristet Beschäftigte, das waren 8,3 Prozent der Arbeitnehmer, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Demnach waren fast 1,6 Millionen Verträge nach betrieblichen Angaben sachgrundlos befristet - also rund jeder zweite befristete Arbeitsvertrag.

Die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Beate Müller-Gemmeke bezeichnete es als "absolut nicht akzeptabel", dass bei einer so guten Konjunktur wie derzeit in Deutschland 1,6 Millionen Jobs sachgrundlos befristet seien. Eine Reform sei daher "dringend geboten".

Die sachgrundlose Befristung ist auch ein Thema im Koalitionsvertrag der Bundesregierung. So sollen der Anteil dieser Befristungen bei Arbeitgebern mit mehr als 75 Beschäftigten auf 2,5 Prozent beschränkt und die Höchstdauer sachgrundloser Befristung von 24 auf 18 Monate verkürzt werden.

Das IAB sieht aber Risiken bei der Reform. So könnten Arbeitgeber stattdessen verstärkt auf Zeitarbeit oder Werkverträge ausweichen oder gar nicht einstellen, erklärte das Institut in seiner Studie. Diese Bedenken teilen auch die Grünen. Die Partei fordert deshalb auch eine grundlegende Reform für die Leiharbeit - etwa gleiche Bezahlung vom ersten Tag an sowie eine Bonuszahlung für die Flexibilität dieser Beschäftigten.


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