02.07.2018, 20:25 Uhr

Mae Sai (AFP) Jungen-Fußballteam in Höhle in Thailand lebend und "unversehrt" entdeckt


Rettungsmannschaften stoßen nach neuntägiger Suche auf Vermisste

Thailand atmet auf: Nach neun Tagen des Bangens sind die in einer überfluteten Höhle vermissten Jungen einer Fußballmannschaft und ihr Trainer von den Rettungsmannschaften lebend gefunden worden. "Wir fanden alle 13 unversehrt und werden sie versorgen, bis sie sich bewegen können", sagte Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn am Montagabend. In einem Video war zu sehen, wie die abgemagerten und geschwächten Kinder in der Höhle kauern.

"Wir werden Essen zu ihnen bringen und einen Arzt, der tauchen kann", sagte der Gouverneur der Provinz Chiang Rai. Die Kinder müssten nun aufgepäppelt werden. Er sei nicht sicher, ob sie etwas essen könnten, "weil sie eine ganze Weile nichts gegessen haben".

"Ich bin so glücklich", sagte Tinnakorn Boonpiem, der Vater eines der Jungen. Er frage sich jedoch, wie sein zwölfjähriger Sohn das Erlebnis seelisch verkraften werde.

Die zwölf Jungen im Alter zwischen elf und 16 Jahren und ihr 25-jähriger Fußballtrainer waren am 23. Juni nach dem Training in die Tham-Luang-Höhle geklettert und von ansteigenden Wassermassen eingeschlossen worden. In der Nähe des Höhleneingangs wurden ihre Fahrräder, Fußballschuhe und Rucksäcke gefunden, im Inneren der Höhle ihre Handabdrücke und Fußspuren.

Die thailändische Armee veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite ein Video von den Kindern. Ein Taucher filmte, wie er die Kinder in der dunklen Höhle entdeckte. Es ist zu sehen, wie die Kinder schwach und erkennbar ausgehungert auf dem Boden kauern. Ein Kind fragt: "Welcher Tag ist es?", ein anderes verbeugt sich offenbar und sagt: "Danke."

Außerdem fragt ein Junge, ob sie jetzt aus der Höhle rauskönnten - sie hätten Hunger. Der Taucher antwortet ihnen mit britischem Akzent: "Nein, heute noch nicht."

Die mühsame Rettungsaktion ist mit der Entdeckung der Vermissten noch nicht vorbei, weil immer noch Teile der Höhle überflutet sind. Die geschwächten Kinder müssen mehrere Kilometer weit zum Höhlenausgang gebracht werden.

Die Höhle in der Nähe der Grenze zu Myanmar und Laos ist mit etwa zehn Kilometern eine der längsten des Landes und sehr verwinkelt. Tagelang hatten die anhaltenden Monsunregen die Suche in der überfluteten Höhle erschwert, erst am Sonntag hörte es auf zu regnen.

Am Montag nutzten Taucher eine vorübergehende Wetterbesserung, um tiefer in die Höhle vorzudringen. Da das schlammige Wasser rund um die Uhr abgepumpt wurde, ging der Wasserstand langsam aber stetig zurück.

Die Kinder wurden auf einem höhergelegenen Felsvorsprung vermutet, der Pattaya Beach genannt wird. Tatsächlich wurde die Fußballmannschaft noch 300 bis 400 weiter entfernt gefunden, da auch der Vorsprung überflutet war, wie der Gouverneur weiter mitteilte.

Die mühsame Rettungsaktion ist mit der Entdeckung der Vermissten aber noch nicht vorbei, weil immer noch Teile der Höhle überflutet sind. Die geschwächten Kinder müssen mehrere Kilometer weit zum Höhlenausgang gebracht werden.

An der Suchaktion in der Provinz Chiang Rai beteiligten sich etwa tausend thailändische Einsatzkräfte, die von ausländischen Experten unterstützt wurden. Am Wochenende brachten Dutzende Taucher hunderte Sauerstofftanks in die Höhle und richteten einen Einsatzstützpunkt im Höhleninneren ein.

Angehörige und Freunde der Fußballspieler harrten seit über einer Woche vor der Höhle aus und hofften auf ein Wunder. Der 14-jährige Tilek Jana hoffte auf die Rettung seines Freundes Prajak. "Ich will wieder mit ihm Fußball spielen, ich vermisse ihn", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Das ganze Land verfolgte besorgt die Rettungsmaßnahmen. Schamanen und buddhistische Mönche beteten für die Vermissten und brachten Opfer dar.


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