29.06.2018, 12:05 Uhr

Washington (AFP) Sitzblockade gegen Einwanderungspolitik in US-Kongressgebäude

Protest gegen Trennung von Einwandererfamilien. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/WIN MCNAMEE (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/WIN MCNAMEE)Protest gegen Trennung von Einwandererfamilien. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/WIN MCNAMEE (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/WIN MCNAMEE)

Polizei nimmt vorübergehend hunderte Demonstranten fest

Mit einer Sitzblockade im US-Kongress haben fast 600 Menschen gegen die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump protestiert. Die Polizeri nahm die mehrheitlich weiblichen Demonstranten am Donnerstag vorübergehend fest. Unter den Teilnehmern der Proteste gegen die Trennung und Inhaftierung von Einwandererfamilien war offenbar auch die Hollywoodschauspielerin Susan Sarandon.

Die Trump-Gegner versammelten sich im Atrium eines Senatsgebäudes in Washington und zeigten ein Banner mit der Aufschrift: "Die Familien müssen zusammen in Freiheit bleiben". Viele Demonstranten waren in silberfarbene Rettungsdecken gehüllt, die oft an Flüchtlinge verteilt werden. Die Kapitolspolizei nahm nach eigenen Angaben rund 575 Menschen wegen "ungesetzlichen Demonstrierens" vorübergehend fest. Ihnen droht eine Geldstrafe.

Vor der Sitzblockade führte Sarandon eine Demonstration von zahlreichen Frauen an, die auch am Justizministerium vorbeizogen. Eine unabhängige Bestätigung für die Teilnahme der Schauspielerin an der Protestaktion im Atrium des Bürogebäudes lag nicht vor. Sie erklärte allerdings im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Festgenommen. Bleibt stark. Kämpft weiter."

Zudem veröffentlichte sie ein Foto der Sitzblockade. "Machtvolle, schöne Aktion mit hunderten Frauen, die die Wiedervereinigung von Familien fordern, die von der unmoralischen Einwanderungs- und Zollbehörde ICE getrennt wurden", erklärte Sarandon.

Mehrere demokratische Politikerinnen gesellten sich zu den Demonstranten, unter anderen die demokratische Kongressabgeordnete Pramila Jayapal. Gegen sie wurde ein Bußgeld verhängt, nachdem sie sich zu den Demonstranten gesetzt hatte. Sie kritisierte auf Twitter "die brutale 'Null-Toleranz'-Politik" und erinnerte daran, dass am Samstag eine weitere Demonstration gegen die Einwanderungspolitik des US-Präsidenten geplant sei.

"Diese Frauen protestieren gegen die unmenschliche Politik der Trump-Regierung", erklärte die demokratische Senatorin Kirsten Gillibrand auf Twitter.

Die Regierung Trump hatte im Rahmen einer "Null-Toleranz"-Politik gegenüber illegal ins Land kommenden Migranten Kinder ihren Eltern weggenommen und getrennt in Heimen untergebracht. Nach einem Aufschrei der Empörung in der Öffentlichkeit stoppte Präsident Trump jedoch in der vergangenen Woche diese Praxis.

Rund 2000 der betroffenen Migrantenkinder sind aber nach Angaben der Regierung weiterhin getrennt von ihren Eltern in Heimen untergebracht. Die Eltern werden wegen des illegalen Grenzübertritts wie Straftäter behandelt und befinden sich in Haft.

Ein US-Bundesrichter in San Diego hatte am Dienstag die rasche Zusammenführung von durch die US-Behörden auseinandergerissenen Migrantenfamilien angeordnet. Die an der Grenze zu Mexiko getrennten Familien sollen binnen 30 Tagen wieder vereint, Kinder unter fünf Jahren sollen ihren Eltern binnen zwei Wochen wiedergegeben werden. Per einstweiliger Verfügung untersagte der Bundesrichter zudem künftige Familientrennungen.


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