28.06.2018, 10:29 Uhr

Washington (AFP) US-Neonazi nach Hassverbrechen in Charlottesville angeklagt

Das Auto des Angeklagten. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/GETTY IMAGES (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/GETTY IMAGES)Das Auto des Angeklagten. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/GETTY IMAGES (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/GETTY IMAGES)

Mann lenkte Auto in Gruppe von Gegendemonstranten und tötete Frau

Fast ein Jahr nach den gewalttätigen Demonstrationen rechtsradikaler Gruppen in der US-Stadt Charlottesville ist ein Neonazi auf Bundesebene wegen Hassverbrechen angeklagt worden. Der 21-Jährige hatte im August 2017 sein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten gelenkt, eine Frau starb. Justizminister Jeff Sessions erklärte am Mittwoch, die Anklage wegen Hassverbrechen sei eine klare Botschaft, dass derartige "gegen die Grundprinzipien unserer Nation" verstoßende Taten unnachgiebig verfolgt würden.

In der Universitätsstadt im US-Bundesstaat Virginia waren im vergangenen August hunderte weiße Rassisten und Rechtsextremisten unter dem Motto "Unite the Right" aufmarschiert. Sie protestierten gegen die geplante Entfernung des Denkmals eines Generals der Konföderierten-Armee, die im Bürgerkrieg für die Beibehaltung der Sklaverei gekämpft hatte.

Die Mitglieder der rechten Gruppen lieferten sich heftige Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten. Der 21-jährige James Fields raste mit seinem Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten, die 32-jährige Heather Heyer wurde getötet, mehrere weitere Demonstranten wurden verletzt. Fields wurde kurz nach der Tat festgenommen.

Neben der jetzt auf Bundesebene erhobenen Anklage wegen Hassverbrechen wurde Fields von den Behörden von Virginia bereits wegen Mordes und Körperverletzung angeklagt. Der Prozess gegen ihn soll noch in diesem Jahr beginnen.

Der Neonazi-Aufmarsch in Charlottesville hatte international für Schlagzeilen gesorgt - auch, weil US-Präsident Donald Trump in der Folge das Verhalten von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten gleichsetzte und von "Gewalt auf vielen Seiten" sprach.

Erst nach zwei Tagen hatte Trump damals die Gewalt rechtsextremer Gruppen als "abstoßend" verurteilt, war dann aber wieder zu seiner vorherigen Rhetorik zurückgekehrt und hatte betont, auch unter den Rechtsextremisten seien "sehr gute Leute" gewesen. Von rassistischen Gruppen wie dem Ku Klux Klan wurde der Präsident für sein Verhalten gefeiert.


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