28.06.2018, 08:54 Uhr

Berlin (AFP) Kapitän des Flüchtlings-Rettungsschiffs "Lifeline" erneut verhört

Die "Lifeline" im Hafen von Valletta. Quelle: AFP/Matthew Mirabelli (Foto: AFP/Matthew Mirabelli)Die "Lifeline" im Hafen von Valletta. Quelle: AFP/Matthew Mirabelli (Foto: AFP/Matthew Mirabelli)

Maltas Regierung spricht von "Verstoß gegen internationale Gesetze"

Die Polizei auf Malta hat den Kapitän des Flüchtlings-Rettungsschiffs "Lifeline" erneut verhört. Kapitän Claus-Peter Reisch sei am Donnerstagmorgen ein zweites Mal befragt worden, sagte Axel Steier, Mitgründer der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline, der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind kooperativ", versicherte Steier. Bereits nach Anlegen des Hilfsschiffs in Valletta am Mittwochabend wurde Reisch demnach verhört und konnte danach auf das Schiff zurückkehren.

Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat hatte dem Kapitän vorgeworfen, gegen "internationale Gesetze verstoßen und Anweisungen der italienischen Behörden missachtet" zu haben. Die "Lifeline" hatte in der vergangenen Woche vor der libyschen Küste 234 Flüchtlinge gerettet und war danach tagelang über das Mittelmeer geirrt, weil Italien und Malta dem Schiff ein Anlegen verweigert hatten.

"Wir haben uns an alle Anweisungen der Behörden gehalten - außer an die, die Leute zurück nach Libyen zu bringen", sagte Steier. Die Organisation verweist auf den Grundsatz der Nichtzurückweisung in der Genfer Flüchtlingskonvention. Die maltesischen Behörden hatten angekündigt, das Schiff für Ermittlungen zu beschlagnahmen. Steier berichtete, bislang lägen ihm noch keine Beschlagnahmungspapiere vor.

Lifeline-Mitgründer Steier geht nach eigenen Angaben von einer "sehr, sehr hohen Quote" an Flüchtlingen von dem Schiff aus, die schutzbedürftig seien. Er verwies darauf, dass die Schutzquoten für in Italien ankommende Mittelmeer-Flüchtlinge für gewöhnlich bei 70 Prozent lägen. Acht Staaten haben sich nach Angaben Maltas bereit erklärt, schutzwürdige Flüchtlinge von dem Schiff aufzunehmen.


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