28.06.2018, 07:19 Uhr

Nürnberg (AFP) Konsumlaune der Deutschen trotz Handelsstreits stabil

Supermarkt in Straubing. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Armin Weigel (Foto: dpa/AFP/Archiv/Armin Weigel)Supermarkt in Straubing. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Armin Weigel (Foto: dpa/AFP/Archiv/Armin Weigel)

GfK: Konjunkturaussichten eingetrübt - Einkommenserwartung steigt

Der andauernde Handelsstreit zwischen den USA und der EU kann die Konsumlaune der Deutschen nicht nennenswert beeinflussen: Für Juli prognostizierten die GfK-Marktforscher ein Konsumklima von 10,7 Punkten, wie sie am Donnerstag mitteilten. Das ist derselbe Wert wie im Juni und 0,1 Punkte weniger als im Mai. Das Konsumklima habe sich "nach zwei Rückgängen in Folge" damit wieder stabilisiert, erklärte das Institut.

Allerdings ließ der Konjunkturoptimismus angesichts der protektionistischen US-Handelspolitik deutlich nach - diese sorge bei den Konjunkturerwartungen für Verunsicherung, hieß es. Nach der stabilen Entwicklung im Vormonat musste die Konjunkturerwartung im Juni spürbare Einbußen hinnehmen, der Indikator verlor 14,1 Punkte. Einen niedrigeren Wert verzeichnete er zuletzt vor über einem Jahr, wie die Marktforscher mitteilten.

Demgegenüber nahmen die Einkommenserwartung und die Anschaffungsneigung der Verbraucher im Juni zu - in der Folge stabilisierte sich das Konsumklima. Besonders die Einkommenserwartung konnte im Juni ihr "exzellentes Niveau" erneut übertreffen" und legte um 3,4 Zähler zu. Höher war der Wert zuletzt im August 2017. Die "nach wie vor exzellenten Beschäftigungsaussichten" ließen offenbar derzeit negative weltwirtschaftliche Einflüsse auf den Indikator in den Hintergrund treten, erklärte das Institut.

Von der stabilen Einkommenserwartung und dem guten Arbeitsmarkt profitierte im Juni auch die Konsumneigung - der Indikator habe sein "sehr gutes Niveau" behauptet und sogar ein leichtes Plus verzeichnet. Auch der "Sprung der Inflationsrate" im Mai auf 2,2 Prozent wegen eines deutlichen Anstiegs der Energiepreise habe die Konsumneigung "bislang offenbar nicht beeinträchtigen" können, schlossen die Forscher.

Für ihre repräsentativen Studien zum Konsumklima führt die GfK monatlich rund 2000 Interviews mit Verbrauchern, diesmal lag der Befragungszeitraum zwischen dem 1. und dem 15. Juni. Die Verbraucherstimmung ist nicht zuletzt deshalb bedeutsam, weil der private Konsum ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

Zuletzt hatten mehrere Wirtschaftsinstitute ihre Konjunkturprognose für Deutschland für das laufende Jahr gesenkt. Gründe dafür waren neben dem Handelskonflikt auch eine Grippewelle zum Jahresbeginn sowie Streiktage und Feiertage.


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