19.06.2018, 23:54 Uhr

Rom (AFP) Italiens Regierungschef erteilt umstrittener Forderung nach Roma-Zählung Absage

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte . Quelle: AFP/Andreas SOLARO (Foto: AFP/Andreas SOLARO)Italiens Regierungschef Giuseppe Conte . Quelle: AFP/Andreas SOLARO (Foto: AFP/Andreas SOLARO)

Innenminister Salvini verteidigt sein Vorgehen

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat der umstrittenen Forderung von Innenminister Matteo Salvini nach einer Zählung der Angehörigen der Roma-Minderheit eine Absage erteilt. "Niemand plant, eine Datei anzulegen oder einen Zensus auf Basis der ethnischen Zugehörigkeit durchzuführen", erklärte Conte am Dienstag. Dies würde gegen die Verfassung verstoßen, weil "es klar diskriminierend" wäre. Conte forderte zugleich ein Prüfung, ob Kinder von Roma-Familien Zugang zum Schulsystem haben.

Salvini hatte am Montag erklärt, ein Zensus ermögliche die Ausweisung von Ausländern ohne gültigen Aufenthaltsstatus. Roma mit italienischer Staatsangehörigkeit müsse das Land "leider behalten", fügte er hinzu.

Die Forderung des Innenministers, welcher der fremdenfeindlichen Lega-Partei angehört, sorgte im In- und Ausland für Empörung: Die Opposition und die Jüdische Gemeinde in Italien zogen Parallelen zur Zeit des Faschismus. Ein EU-Kommissionssprecher sagte am Dienstag vor Journalisten, europäische Bürger könnten "generell nicht auf Basis ethnischer Kriterien ausgewiesen werden".

Salvini verteidigte sein Vorgehen am Dienstag: "Ich gebe nicht auf und mache weiter! Die Italiener und ihre Sicherheit zuerst", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.


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