19.06.2018, 09:39 Uhr

Chocha (AFP) Jemens Armee rückt unter heftigen Kämpfen auf Hodeidas Flughafen vor

Jemens Truppen nahe Flughafen von Hodeida. Quelle: AFP/NABIL HASSAN (Foto: AFP/NABIL HASSAN)Jemens Truppen nahe Flughafen von Hodeida. Quelle: AFP/NABIL HASSAN (Foto: AFP/NABIL HASSAN)

Zivilisten sitzen in Kampfgebiet fest - Berichte über "beispiellose Gewalt"

Regierungstreue Truppen im Jemen haben Fortschritte bei ihrer Offensive zur Rückeroberung der wichtigen Hafenstadt Hodeida gemeldet. Soldaten hätten am Dienstag nach heftigen Kämpfen mit der Besetzung des Flughafens der bisherigen Rebellenhochburg begonnen, gaben jemenitische Militärkreise und die Vereinigten Arabischen Emirate, die die Truppen unterstützen, bekannt. Begleitet wurde die Offensive von heftigen Luftangriffen. Zivilisten versuchten zu fliehen, was sich wegen der Kämpfe aber schwierig gestaltete.

Die Gefechte um den Flughafen seien von "beispielloser Gewalt", berichtete ein Anwohner telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Mehrere Familien hätten aus dem Kampfgebiet zu fliehen versucht, wegen der schweren Gefechte aber wieder kehrtmachen müssen.

Die jemenitischen Truppen wurden bei der Besetzung des Flughafens von Soldaten der Vereinigten Arabischen Emirate unterstützt, wie die amtliche emiratische Nachrichtenagentur WAM meldete. Nach Angaben jemenitischer Befehlshaber vor Ort wurde der Vormarsch am Boden von Luftangriffen der von Saudi-Arabien dominierten Militärkoalition unterstützt.

Mit der Offensive gegen Hodeida setzen sich die Truppen seit Tagen über dringende Appelle der internationalen Gemeinschaft hinweg. Rund 70 Prozent aller Importe in den Jemen werden über den Hafen von Hodeida abgewickelt, auch ein Großteil der humanitären Hilfe für das Not leidende Land wird hier angeliefert. Die UNO fürchtet eine humanitäre Katastrophe, wenn die Kämpfe um die Hafenstadt weiter andauern und die Nahrungsmittellieferungen unterbrochen werden.

Die Regierungsarmee hatte vergangene Woche eine Offensive auf Hodeida gestartet, das seit Jahren unter Kontrolle der schiitischen Huthi-Rebellen steht. Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen seit 2014 gegen die Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Eine vom sunnitischen Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt Hadis Truppen, an deren Seite auch die Emirate kämpfen.

Seit Beginn des Konflikts im Jemen wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 10.000 Menschen getötet und mehr als 55.000 weitere verletzt. Außerdem starben mehr als 2200 Menschen an Cholera. Die UNO beschreibt die humanitäre Krise im Jemen als die derzeit größte weltweit. 8,4 Millionen Menschen sind demnach von einer Hungersnot bedroht.


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