18.06.2018, 12:06 Uhr

Hannover (AFP) Pastor Wilfried Manneke mit Paul-Spiegel-Preis für Kampf gegen Nazis geehrt

Wilfried Manneke bei einer Demonstration 2012. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Julian Stratenschulte (Foto: dpa/AFP/Archiv/Julian Stratenschulte)Wilfried Manneke bei einer Demonstration 2012. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Julian Stratenschulte (Foto: dpa/AFP/Archiv/Julian Stratenschulte)

Zentralrat der Juden vergibt Auszeichnung für Zivilcourage

Für sein Engagement gegen Rechtsextreme ist der evangelische Pastor Wilfried Manneke in Hannover mit dem Paul-Spiegel-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland ausgezeichnet worden. Dies sei "Ansporn und Vorbild", erklärte der Zentralratspräsident Josef Schuster am Montag. Niemand dürfe rechtsextremen Umtrieben zusehen. "Wir alle sind für den Zustand unserer Demokratie mitveranwortlich."

Manneke stammt aus Unterlüß im niedersächischen Landkreis Celle und engagiert sich seit mehr als 20 Jahren gegen Aktivitäten von Rechtsextremen in der ländlichen Region. Er ist ein Gründer des "Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus". Rechtsextremisten versuchen dort immer wieder, Schulungszentren und Bauernhöfe als Stützpunkte zu etablieren. Dagegen formiert sich breiter Protest.

Den jährlichen Zivilcouragepreis vergibt der Zentralrat seit 2009, benannt ist er nach seinem ehemaligen Präsidenten Paul Spiegel. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert. Manneke spendet sie für verschiedenen Organisationen, darunter das Netzwerk Südheide und die Arbeitsgemeinschaft des Konzentrationslagers Bergen-Belsen.

Die Laudatio hielt die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann. Antisemitismus und christlicher Glaube seien "unvereinbar", erklärte sie. Einschüchterungen und Anfeindungen seien ebensowenig hinzunehmen wie Antisemitismus, Rassismus und "Herabsetzung von Menschen muslimischen Glaubens".


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