16.06.2018, 01:19 Uhr

Havanna (AFP) Kolumbianische Regierung und ELN-Rebellen beenden Verhandlungen ohne Ergebnis

Kämpfer der ELN-Guerilla in Kolumbien. Quelle: AFP/Archiv/LUIS ROBAYO (Foto: AFP/Archiv/LUIS ROBAYO)Kämpfer der ELN-Guerilla in Kolumbien. Quelle: AFP/Archiv/LUIS ROBAYO (Foto: AFP/Archiv/LUIS ROBAYO)

Weitere Runde der Friedensgespräche in Havanna am 25. Juni angekündigt

Kurz vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Kolumbien ist die fünfte Runde der Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) ergebnislos zu Ende gegangen. Allerdings hätten sich die beiden Seiten bei den Gesprächen in der kubanischen Hauptstadt Havanna angenähert, hieß es am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Verhandlungen für einen "neuen und besseren Waffenstillstand" sollen demnach am 25. Juni weitergehen.

Am Sonntag findet in Kolumbien die Stichwahl für das Amt des Präsidenten statt. Aus der ersten Runde war der 41-jährige Kandidat Iván Duque von der ultrarechten Partei Demokratisches Zentrum (Centro democrático, CD) als Sieger hervorgegangen. Er hatte angekündigt, das Friedensabkommen von 2016 mit der Farc-Guerilla im Fall seines Sieges überarbeiten zu wollen. Die laufenden Friedensgespräche mit den noch nicht entwaffneten ELN-Rebellen lehnt er ab.

Duque trifft in der Stichwahl auf den linksgerichteten Kandidaten Gustavo Petro. Dieser unterstützt das Farc-Abkommen und forderte einen ähnlichen Pakt mit der ELN-Guerilla. Diese hatte für die Zeit der Wahl eine einseitige Waffenruhe von Freitag bis Dienstag verkündet.

Der noch bis August amtierende kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos wollte ursprünglich mit der ELN-Guerilla einen ähnlichen Pakt schließen wie mit der Farc-Guerilla. Das historische Friedensabkommen wurde 2016 in Havanna unterzeichnet. Die Guerilla gab ihre Waffen ab und wandelte sich zur politischen Partei.

Seit 1964 wurden in Kolumbien bei Kämpfen zwischen der Armee, linksgerichteten Guerillagruppen wie Farc und ELN sowie rechten Paramilitärs mehr als 260.000 Menschen getötet. Etwa sieben Millionen Menschen flohen vor der Gewalt, mehr als 60.000 weitere werden vermisst.


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