12.06.2018, 07:05 Uhr

Düsseldorf (AFP) DIHK warnt vor Folgen des Dieselskandals für Gesamtwirtschaft

Verkehr in München. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sven Hoppe (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sven Hoppe)Verkehr in München. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sven Hoppe (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sven Hoppe)

Schweitzer fordert lückenlose Aufklärung von Verstößen gegen Genehmigung

DIHK-Präsident Eric Schweitzer hat vor den Folgen des Dieselskandals für die Gesamtwirtschaft gewarnt. "Die Diesel-Affäre und Fahrverbote verunsichern große Teile der deutschen Wirtschaft", sagte Schweitzer der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Dienstag. Betroffen sei nicht nur die Kfz-Branche selbst. "Wertverluste und Standzeiten vieler Diesel-Pkw belasten auch viele Mittelständler und kleinere Betriebe", sagte der Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

"Der DIHK schätzt die damit verbundenen Kosten schon heute auf mehr als eine halbe Milliarde Euro", sagte Schweitzer. Viele Zulieferer befürchteten zudem Umsatzverluste aufgrund sinkender Neuzulassungen. "Dieses Problem müssen wir alle ernster nehmen: Um das Vertrauen des Marktes wieder herzustellen, ist neben dem Engagement für saubere Luft in Städten auch eine schnelle und lückenlose Aufklärung von Verstößen gegen die Genehmigung von Diesel-Fahrzeugen notwendig", mahnte Schweitzer.

Am Montag hatte die Bundesregierung den Rückruf von deutschlandweit 238.000 Fahrzeugen des Autobauers Daimler wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen angeordnet. Ins Rollen gekommen war der Diesel-Skandal bereits 2015 durch das Eingeständnis von Volkswagen, weltweit in rund elf Millionen Dieselautos unterschiedlicher Marken eine illegale Software zur Manipulation der Abgaswerte eingebaut zu haben. Seitdem gerieten mehr und mehr Autobauer ins Visier.


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