12.06.2018, 04:45 Uhr

Singapur (AFP) Historischer Handschlag zwischen Trump und Kim

Der historischer Handschlag von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un . Quelle: AFP/SAUL LOEB (Foto: AFP/SAUL LOEB)Der historischer Handschlag von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un . Quelle: AFP/SAUL LOEB (Foto: AFP/SAUL LOEB)

Gipfel zu Nordkoreas Atomprogramm beginnt in freundlicher Atmosphäre

Historischer Handschlag und warme Worte in Singapur: Der Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un hat am Dienstag in freundlicher Atmosphäre begonnen. Trump zeigte sich nach einer ersten Gesprächsrunde optimistisch: Die Beratungen liefen "sehr, sehr gut".

Nach dem Auftaktgespräch, bei dem die beiden Staatenlenker nur die Übersetzer dabei hatten, kamen dann ihre Beraterteams hinzu. Zentrales Thema der Gespräche war das nordkoreanische Atomprogramm.

In einer Szene für die Geschichtsbücher waren Trump und Kim zum Auftakt des Gipfels auf einer Veranda des "Capella"-Hotels über einen roten Teppich langsam aufeinander zugeschritten. Dann hielten sie sich rund 15 Sekunden lang die Hand, wobei sie sich in die Augen blickten und einige Worte wechselten. Anschließend drehten sich beide den Kameras zu. Jeweils sechs Fahnen beider Länder waren hinter ihnen aufgereiht.

Von Anfang an signalisierten beide Staatenlenker durch ihre Körpersprache, dass ihnen an einem freundlichen Umgang gelegen war. Sie berührten sich gegenseitig an den Armen, lächelten und schüttelten sich nach der ersten Begegnung auch später wieder die Hände.

Trump sagte zum Auftakt voraus, dass der Gipfel zu einem "großartigen Erfolg" und er eine "großartige Beziehung" zu Kim haben werde. Kim sagte kurz nach der Begrüßung, der Weg zu diesem Treffen sei "nicht leicht" gewesen. Im Weg gestanden hätten "die alten Vorurteile und Praktiken". Doch seien diese Hindernisse überwunden worden, "und wir sind heute hier". Trump pflichtete den Bemerkungen seines Gesprächspartners bei: "Das ist wahr."

Das Auftaktgespräch der beiden Staatenlenker dauerte dann rund 45 Minuten. Anschließend zeigte sich Trump erneut optimistisch und beschrieb sein Verhältnis zum nordkoreanischen Machthaber als "ausgezeichnet". Danach begannen Unterredungen in erweiterter Runde, die sich über mehrere Stunden hinziehen sollten.

Bei dem Gipfel geht es um den Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals und die Friedensperspektiven auf der koreanischen Halbinsel. Es ist das erste Mal, dass sich ein amtierender US-Präsident und ein nordkoreanischer Machthaber treffen.

Jahrzehntelang galt eine derartige Begegnung als undenkbar, doch Trump hatte sich im März überraschend zu dem Gipfel bereit erklärt. Seine Vorgänger hatten die Linie verfolgt, es könne kein Treffen mit einem Herrscher aus Pjöngjang geben, ohne dass dieser zuvor offiziell von seinem Rüstungs- und Atomprogramm ablässt. Die früheren US-Präsidenten scheuten sich überdies, den Machthaber des international isolierten Landes diplomatisch derart aufzuwerten wie es Trump nun tut.

Noch im vergangenen Jahr hatten sich Trump und Kim mit gegenseitigen Beschimpfungen überzogen. Der US-Präsident verhöhnte den Machthaber in Pjöngjang als "kleinen Raketenmann", Kim nannte Trump "geistesgestört". Trump drohte Kim zudem mit der totalen Vernichtung seines Landes und prahlte, sein Atomknopf sei "größer und mächtiger" als jener des Nordkoreaners.

Nordkorea hatte die Weltgemeinschaft in den vergangenen Jahren mit einer Serie von Atom- und Raketentests provoziert. Als Reaktion hatte die internationale Gemeinschaft die Schraube der Wirtschaftssanktionen gegen das Land immer fester angezogen.

Bei dem Gipfel will Trump nun einen Prozess der vollständigen und überprüfbaren Denuklearisierung Nordkoreas einleiten. Im Gegenzug stellte seine Regierung "beispiellose" Sicherheitsgarantien für Pjöngjang in Aussicht.

Kim hatte sich vor dem Gipfel zu einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel bekannt. Unklar blieb jedoch, was genau er damit meinte. In der Vergangenheit hatte Pjöngjang immer auch auf einem Abzug der US-Truppen aus Südkorea bestanden.


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