10.06.2018, 09:47 Uhr

Québec (AFP) G7-Länder auch bei Umweltschutz und Klimapolitik gespalten

Sonnenaufgang am G7-Tagungsort La Malbaie. Quelle: AFP/Ludovic MARIN (Foto: AFP/Ludovic MARIN)Sonnenaufgang am G7-Tagungsort La Malbaie. Quelle: AFP/Ludovic MARIN (Foto: AFP/Ludovic MARIN)

Trump widersetzt sich Plastikmüll-Charta und Klima-Bekenntnis

Nicht nur in der Handelspolitik hat sich die G7-Gruppe gespalten gezeigt. Offene Differenzen gab es am Wochenende auf dem Gipfel im kanadischen La Malbaie auch bei den Themen Klima- und Umweltschutz. US-Präsident Donald Trump verweigerte als einziger Teilnehmer ein Bekenntnis zum Klimaschutz. Auch die G7-Charta zum Kampf gegen die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll wollte Trump nicht mittragen - ebenso wie Japan.

Die G7-Plastikmüll-Charta formuliert das Ziel, bis 2030 sämtliche Plastikprodukte dem Recycling zuzuführen. Zudem sollten bis dahin Alternativen zu Plastikverpackungen entwickelt werden, um die massive Verschmutzung der Weltmeere durch schwer abbaubare Kunststoffe zu stoppen.

Nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weigerten sich die USA in den Verhandlungen aber, sich auf ein konkretes Zieldatum festlegen zu lassen. Auch Japan machte nicht mit. Für eine solche Festlegung sprachen sich neben Deutschland aber nur Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada aus.

Völlig isoliert stand Trump beim Thema Klimaschutz da. In der Abschlusserklärung erneuerten die G7-Mitglieder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan zu sechst ihre Verpflichtung zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Die USA erklärten hingegen, dass sie weiter auf fossile Brennstoffe setzen wollen und diese "sauberer und effizienter" nutzen wollen.

Diese Verlautbarungen finden sich in der Abschlusserklärung des Gipfels, der Trump nach seiner Abreise überraschend die Zustimmung entzog.

Umweltverbände begrüßten es ausdrücklich, dass die sechs G7-Länder ihre Haltung zum Klimaschutz in Abgrenzung zu den USA bekräftigten. "Das Klimakapitel der G7 endet mit einer klaren Kampfansage der G6 an eine von Präsident Trump in die Selbstisolation geführte US-Regierung", erklärte die Gruppierung Germanwatch in Berlin.

Der Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, bezeichnete es als "gut", dass die sechs Länder ihr "starkes Bekenntnis" zum Klimaschutz erneuert haben. "Präsident Trump ist erneut damit gescheitert, den Schutz des Klimas zu sabotieren."

Der Klimaschutz hatte bereits im vergangenen Jahr beim G7-Gipfel in Italien für Streit gesorgt. Trump war damals offen aus dem Konsens der Staatengruppe zum Klimaschutz ausgeschert. Kurze Zeit später verkündete er den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.


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