08.06.2018, 06:50 Uhr

Berlin (AFP) Bundeskanzlerin zu G7-Gipfel in Kanada abgeflogen

Macron, May und Merkel (r.) am 17. Mai in Sofia. Quelle: POOL/AFP/Archiv/Stephane LEMOUTON (Foto: POOL/AFP/Archiv/Stephane LEMOUTON)Macron, May und Merkel (r.) am 17. Mai in Sofia. Quelle: POOL/AFP/Archiv/Stephane LEMOUTON (Foto: POOL/AFP/Archiv/Stephane LEMOUTON)

Wirtschaftsminister Altmaier spricht von "ernster Situation" im Verhältnis zu USA

Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Handelsstreits mit den USA hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag auf den Weg zum G7-Gipfel in Kanada gemacht. Die Kanzlerin flog am Morgen in Berlin ab, wie ein Regierungssprecher in Berlin mitteilte. Neben den zwischen den Europäern und den USA umstrittenen Themen Handel, Klima oder Atomabkommen mit dem Iran soll es bei dem Gipfel unter anderem auch um außenpolitische Fragen wie Nordkorea oder Syrien gehen.

Kurz vor Beginn des Gipfels am Freitag verschärfte sich der Ton zwischen US-Präsident Trump und den anderen Gipfelteilnehmern. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kanadas Premierminister Justin Trudeau machten deutlich, sie würden "nicht zögern", Trump bei dem Gipfel zu "isolieren". Trudeau nannte Trumps Begründung für Strafzölle - nationale Sicherheitsinteressen der USA - "lachhaft".

Merkel hatte schon im Vorfeld des Gipfels deutlich gemacht, dass sie schwierige Gespräche mit dem US-Präsidenten erwartet. Unklar ist, ob überhaupt eine gemeinsame Abschlusserklärung zustande kommen wird. Vor Gipfelbeginn wollen sich daher die Europäer - Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien - bei einem eigenen Treffen abstimmen. Danach empfängt Trudeau die Staats- und Regierungschefs der G7 in La Malbaie (17.45 MESZ).

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach im ZDF-"Morgenmagazin" von einer "ernsten Situation" im Verhältnis zu den USA. Es werde sich entscheiden, ob eine gemeinsame Position zwischen den Europäern und den USA erreichbar sei - in außen- und in handelspolitischen Fragen. Er fügte aber hinzu, dass die "Wertegemeinschaft" zwischen beiden bestehen bleibe - unabhängig davon, wer Präsident sei. Zuvor hatte bereits Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) gesagt, die Differenzen mit den USA könnten "nicht mehr unter den Teppich gekehrt" werden.

Mit Blick auf die von den USA verhängten Strafzölle sagte Altmaier, die Europäer hätten unter Beweis gestellt, dass sie mit Gegenzöllen reagieren. Dennoch hob er hervor: "Die Hand bleibt ausgestreckt." Die innenpolitische Debatte in den USA sei noch nicht entschieden. Zugleich machte Altmaier deutlich, dass die Europäer ihre Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen in die Hand nehmen und stärken müssten.


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