05.06.2018, 16:46 Uhr

New York (AFP) Kein Schaulaufen mehr in Bikini und Abendkleid

Schaulaufen im Bikini ist bei Miss America passé. Quelle: GETTY IMAGES/AFP/Archiv/Ethan Miller (Foto: GETTY IMAGES/AFP/Archiv/Ethan Miller)Schaulaufen im Bikini ist bei Miss America passé. Quelle: GETTY IMAGES/AFP/Archiv/Ethan Miller (Foto: GETTY IMAGES/AFP/Archiv/Ethan Miller)

Bei Wahl zur Miss America ist das Äußere künftig nicht mehr entscheidend

Zeitenwende bei der Wahl zur Miss America: Künftig sind bei der Vergabe des Titels nicht mehr Äußerlichkeiten wie die Figur der Bewerberinnen entscheidend, sondern ihre Begabungen und ihr Engagement, wie die Organisatoren am Dienstag mitteilten. Dies bedeute auch, dass die Kandidatinnen sich nicht mehr im Bikini und Abendkleid vor der Jury präsentieren müssten. Im Kurzbotschaftendienst Twitter wurde die Neuigkeit unter dem Schlagwort #byebyebikini verbreitet.

Im US-Fernsehsender ABC erläuterte Miss-America-Chefin Gretchen Carlson das neue Konzept, das ab kommendem Jahr gelten soll. "Wir sind nicht länger ein Schönheitswettbewerb", sagte sie. "Wir sind ein Wettbewerb." Die Kandidatinnen würden nicht mehr "nach ihrer äußerlichen körperlichen Erscheinung" bewertet.

Das Schaulaufen im Bikini, das bisher zehn Prozent der Finalnote ausmachte, entfällt daher. Statt im Abendkleid sollen sich die Kandidatinnen künftig in einem Outfit ihrer Wahl präsentieren und die sozialen Projekte vorstellen, die sie im Fall ihres Sieges unterstützen wollen.

Künftig sei das, "was aus ihrem Mund kommt, das, was uns interessiert", sagte Carlson. Daher könnten die Bewerberinnen künftig auch Stipendien für ein Studium bekommen. "Das ist ein neuer Anfang und Veränderungen können manchmal schwierig sein, aber ich kenne mich mit Veränderung gut aus", sagte Carlson.

Sie war 1989 zur Miss America gekürt worden, später arbeitete Carlson als Moderatorin beim Fernsehsender Fox News. Vor zwei Jahren verklagte sie den damaligen Senderchef Roger Ailes wegen sexueller Belästigung. Anfang des Jahres wurde sie als erste ehemalige Miss America zur Cheforganisatorin des Wettbewerbs ernannt, nachdem ihr Vorgänger Sam Haskell den Posten wegen sexistischer und vulgärer Sprüche abgegeben musste. Carlson zählt zu den Führungsfiguren der #MeToo-Debatte über sexuelle Übergriffe.

Die Miss-America-Wahl 2019 findet im September kommenden Jahres in Atlantic City im Bundesstaat New Jersey statt.


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