05.06.2018, 13:19 Uhr

Washington (AFP) Trumps Ex-Wahlkampfchef der versuchten Zeugenbeeinflussung beschuldigt

Trumps Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort. Quelle: Getty Images/AFP/Archiv/Bob Wilson (Foto: Getty Images/AFP/Archiv/Bob Wilson)Trumps Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort. Quelle: Getty Images/AFP/Archiv/Bob Wilson (Foto: Getty Images/AFP/Archiv/Bob Wilson)

Paul Manafort soll Zeugen in seinem Verfahren kontaktiert haben

Ehemaliger Trump-Verbündeter unter Druck: US-Sonderermittler Robert Mueller hat den früheren Wahlkampfchef von Präsident Donald Trump, Paul Manafort, der versuchten Zeugenbeeinflussung beschuldigt. Manafort habe Zeugen für die gegen ihn anstehenden Prozesse angerufen oder über verschlüsselte Textbotschaften kontaktiert, um sie zu "erheblichen Falschaussagen" zu bewegen, heißt es in einem am Montag (Ortszeit) vorgelegten Gerichtsdokument. Dies spreche dafür, Manafort bereits vor Beginn seines Verfahrens in Haft zu nehmen.

Der frühere FBI-Chef Mueller ermittelt zu der Frage, ob Trumps Wahlkampfteam vor Amtsantritt des Präsidenten illegal mit Moskau kooperierte und ob der US-Präsident später versuchte, die Ermittlungen zu den Russland-Kontakten zu behindern. Bisher führte Muellers Untersuchung zu 22 Anklagen, 16 davon gegen russische Bürger und Firmen, die sich in den US-Wahlkampf eingemischt haben sollen.

Die bisherigen Ermittlungen Muellers führten aber auch zur Anklage und Festnahme Manaforts. Diesem und seinem Vertrauten Rick Gates werden Geldwäsche und Steuervergehen im Zusammenhang mit ihrer Beratertätigkeit für den gestürzten prorussischen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch vorgeworfen. Ein erster Prozess soll am 10. Juli beginnen, weitere Anklagepunkte werden vom 17. September an verhandelt.

Manafort bekannte sich in allen Anklagepunkten nicht schuldig. Der 69-Jährige war im Juni 2016 zu Trumps Wahlkampfleiter ernannt worden. Zwei Monate später musste er den Posten wieder abgeben, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, er habe mehr als zwölf Millionen Dollar von der Janukowitsch-Partei erhalten.

Manafort ist der einzige der vier Angeklagten aus Trumps Wahlkampfteam, der nicht mit den Sonderermittlern kooperiert. Er steht seit Oktober unter Hausarrest, die versuchte Zeugenbeeinflussung könnte dazu führen, dass er noch vor dem 10. Juli in Haft kommt. Bei den Zeugenaussagen geht es um Manaforts Kontakte zur sogenannten Hapsburg Gruppe, die ungesetzliche Lobbyarbeit für die Ukraine betrieben haben soll.

Trump beschwerte sich am Montag, die Bundespolizei FBI hätte ihn über die Ermittlungen gegen Manafort informieren sollen. Manafort sei erst spät Teil seines Wahlkampfs geworden.


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