02.06.2018, 13:20 Uhr

Washington (AFP) Trump nun doch zu Treffen mit Kim bereit

Trump (r.) mit Nordkoreas Gesandtem Kim Yong Chol . Quelle: AFP/Saul LOEB (Foto: AFP/Saul LOEB)Trump (r.) mit Nordkoreas Gesandtem Kim Yong Chol . Quelle: AFP/Saul LOEB (Foto: AFP/Saul LOEB)

US-Präsident bestätigt Gipfel am 12. Juni - Peking und Seoul begrüßen Kehrtwende

Auf die Absage folgt die erneute Zusage: US-Präsident Donald Trump will nun doch wie geplant zu einem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zusammenkommen. "Wir werden uns am 12. Juni in Singapur treffen", sagte Trump am Freitag nach einer Unterredung mit einem hochrangigen nordkoreanischen Gesandten im Weißen Haus. Südkorea und China befürworteten Trumps Kehrtwende.

Noch in der vergangenen Woche hatte es so ausgesehen, als sei der historische Gipfel geplatzt - Trump hatte das Treffen in einem Brief an Kim abgesagt und dies mit "offener Feindseligkeit" Nordkoreas begründet. Da sich Pjöngjang weiter offen für Gespräche zeigte, ließ Trump die Gipfelvorbereitungen dann aber fortsetzen.

Bei dem Gipfeltreffen in Singapur soll es um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm gehen, mit dem das Land seit Jahren die internationale Gemeinschaft provoziert. Trump zeigte sich nun nach seinem Treffen mit dem nordkoreanischen General Kim Yong Chol überzeugt, dass es die Nordkoreaner mit ihrer "Denuklearisierung" ernst meinten: "Ich weiß, dass sie es tun wollen." Der Atomkonflikt könne aber nicht "bei einem Treffen" beigelegt werden, betonte Trump.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte zuvor gemeldet, Machthaber Kim habe den "unveränderten, beständigen und festen Willen zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel". Jedoch ist weiter unklar, ob Kim unter "Denuklearisierung" das Gleiche versteht wie Trump.

Kim hat bislang auch nicht signalisiert, was er als Gegenleistung für einen zumindest teilweisen Abbau seines Atomwaffenarsenals verlangen könnte. Spekuliert wird, dass dies der Abzug der 28.500 US-Truppen aus Südkorea sein könnte. US-Verteidigungsminister Jim Mattis stellte am Samstag bei einer Sicherheitskonferenz in Singapur klar, dass das Thema US-Truppen bei dem Gipfel "nicht auf dem Tisch" sein werde.

Auch der US-Präsident versuchte, die Erwartungen an das Treffen in Singapur zu dämpfen. Es werde dort um das gegenseitige Kennenlernen gehen, sagte er. Eine Vereinbarung über atomare Abrüstung ist nach seinen Worten von dem Treffen noch nicht zu erwarten. Vielmehr solle ein "Prozess" zur Denuklearisierung eingeleitet werden. Er gehe aber davon aus, dass dieser Prozess letztlich "sehr erfolgreich" sein werde.

Trump sprach am Freitag mehr als eine Stunde lang mit Kim Yong Chol, der als rechte Hand von Kim Jong Un gilt. Bei dem Treffen im Oval Office übergab ihm der Gesandte einen Brief des nordkoreanischen Machthabers. Es sei ein "sehr nettes" und "sehr interessantes" Schreiben, sagte der US-Präsident nach der Verabschiedung des nordkoreanischen Gesandten. Kurz darauf sagte Trump allerdings, er habe den Brief noch gar nicht geöffnet. Später teilte dann ein Berater mit, dass Trump den Brief inzwischen gelesen habe.

Den derzeitigen Stand des Verhältnisses zwischen Washington und Pjöngjang beschrieb Trump als so "gut" wie schon seit langem nicht mehr. Der US-Präsident machte auch klar, dass er seine Kampagne des "maximalen Drucks" vorerst aussetzen will. Er wolle keine neuen Sanktionen gegen Pjöngjang verhängen, solange die Verhandlungen andauerten. "Ich freue mich auf den Tag, wenn ich die Sanktionen gegen Nordkorea aufheben kann", sagte Trump.

Südkorea begrüßte die neue Entwicklung. Die Übergabe des Briefs von Machthaber Kim habe den Weg zu dem Gipfeltreffen "verbreitert und gefestigt", sagte ein Sprecher des Präsidialamtes in Seoul.

Auch Pjöngjangs wichtigster Verbündeter China äußerte sich zuversichtlich. Es sei zu hoffen, dass die USA und Nordkorea "sich weiter annähern und mit Ernsthaftigkeit die Vorbereitungen für das Treffen" in Singapur vorantreiben, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying in Peking. Japans Regierungschef Shinzo Abe sagte, er wolle dazu beitragen, dass die Begegnung zwischen Trump und Kim zu einem "historischen Gipfel" wird.


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