01.06.2018, 07:22 Uhr

Seoul (AFP) Nord- und Südkorea setzen bilaterale Gespräche fort

Südkoreas Minister Cho (links) mit Nordkoreas Gesandtem Ri. Quelle: YONHAP/AFP/- (Foto: YONHAP/AFP/-)Südkoreas Minister Cho (links) mit Nordkoreas Gesandtem Ri. Quelle: YONHAP/AFP/- (Foto: YONHAP/AFP/-)

Nach Absage Mitte Mai und überraschendem zweiten Gipfeltreffen Kims und Moons

Ranghohe Vertreter Nord- und Südkoreas haben am Freitag ihre diplomatischen Gespräche über eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen wieder aufgenommen. "Wir werden über Wege diskutieren, die von den beiden Führern getroffenen Vereinbarungen sinnvoll und reibungslos umzusetzen", sagte der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Cho Myoung Gyon, bevor er sich zu den Gesprächen im Grenzort Panmunjom begab.

Die Delegation werde sich zudem darum bemühen, "eine positive Atmosphäre für einen US-Nordkorea-Gipfel zu schaffen", sagte Cho weiter. Auf der Tagesordnung stehen auch eine mögliche Verbindung der Eisenbahnen und Straßen beider Länder sowie die Aufstellung eines gemeinsamen koreanischen Teams bei den Asienspielen in Jakarta im August.

In Panmunjom in der entmilitarisierten Zone zwischen beiden Ländern traf der südkoreanische Minister den Vorsitzenden des nordkoreanischen Komitees für die friedliche Wiedervereingung Koreas, Ri Son Gwon.

Das innerkoreanische Treffen war schon früher geplant, Mitte Mai aber kurzfristig von Nordkorea abgesagt worden. Pjöngjang protestierte damit gegen das Militärmanöver "Max Thunder" der USA und Südkoreas. Einen Tag nach dem Ende des Manövers am 25. Mai trafen sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In jedoch unerwartet zu einem zweiten Gipfel binnen weniger Wochen in Panmunjom.

Derzeit laufen die diplomatischen Vorbereitungen für ein mögliches Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim auf Hochtouren. Noch vor einer Woche hatte Trump den Gipfel in einem Brief an Kim abgesagt und dies mit "offener Feindseligkeit" Nordkoreas begründet. Da sich Pjöngjang weiter offen für Gespräche zeigte, ließ Trump die Gipfelvorbereitungen jedoch fortsetzen. Bislang ist das historische Treffen für den 12. Juni in Singapur anvisiert.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Donnerstag nach langen Gesprächen mit einem hochrangigen nordkoreanischen Gesandten in New York, die Vorbereitungen für den Gipfel gingen "in die richtige Richtung". Pompeo hatte seit Mittwoch mit dem nordkoreanischen General Kim Yong Chol konferiert, welcher Vizevorsitzender des Zentralkomitees der nordkoreanischen Arbeiterpartei ist und als enger Vertrauter von Kim Jong Un gilt.

Der General wollte nach Angaben Pompeos von New York nach Washington weiterreisen, um Trump einen Brief von Kim Jong Un zu übergeben.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete am Freitag, Kim sei der nuklearen Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel verpflichtet. Kim habe den "unveränderten, beständigen und festen Willen" seines Landes "zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" bekräftigt. Kim äußerte sich demnach bei seinem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Pjöngjang.

Kim hoffe, dass die Denuklearisierung "schrittweise" erreicht werden könne, berichtete KCNA. Er hoffe zudem, dass die Lösung der Probleme "durch effektiven und konstruktiven Dialog und durch Verhandlungen" vorankomme.

Die USA fordern die vollständige und überprüfbare Denuklearisierung Nordkoreas im Gegenzug für wirtschaftliche Erleichterungen.


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