31.05.2018, 08:36 Uhr

Berlin (AFP) Deutschlands Wirtschaft fordert Schutzzölle auf chinesischen Stahl

BDI-Präsident Dieter Kempf. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sven Hoppe (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sven Hoppe)BDI-Präsident Dieter Kempf. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sven Hoppe (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sven Hoppe)

BDI-Chef Kempf: Besser als Gegenzölle auf Motorräder oder Whiskey aus den USA

Deutschlands Wirtschaft fordert als Antwort auf die drohenden US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium sogenannte Schutzzölle auf Stahl aus Drittländern wie China. "Schutzzölle sind besser als Gegenzölle" etwa auf Motorräder oder Bourbon-Whiskey aus den USA, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, am Donnerstag im Deutschlandfunk. Sie könnten in Übereinstimmung mit den Regeln der Welthandelsorganisation verhängt werden, wenn die eigene Wirtschaft durch umgelenkte Warenströme bedroht sei.

Wenn Stahl aus anderen Ländern wie zum Beispiel China, der nicht mehr in die USA exportiert werde, "Europa überflutet", dann könnten sich die Mitgliedstaaten der EU mit Schutzzöllen wehren, sagte Kempf im Deutschlandfunk. Das sei "die viel wichtigere Thematik", sollte die Ausnahmeregelung für US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium wie erwartet am Freitag auslaufen.

Der BDI-Präsident sagte im Deutschlandfunk, er rechne damit, dass US-Präsident Donald Trump die bislang geltende Ausnahme für die EU beendet. Trump hatte im März Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium festgesetzt - die Ausnahme davon für EU-Staaten gilt noch bis Mitternacht Washingtoner Zeit.

Verhandlungen über eine dauerhafte Ausnahme von den Stahl- und Aluminiumzöllen brachten bislang keinen Erfolg. Kempf sagte, das Ende der Ausnahme sei "in Wirklichkeit der Beginn einer weiteren Handelsspirale". Es sei damit zu rechnen, dass Trump "weitere Maßnahmen nachschiebt". Das sei besorgniserregend.


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