30.05.2018, 10:30 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Opel-Chef: "Ich habe mein Wort gehalten"

Opel-Werk in Rüsselsheim. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold (Foto: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold)Opel-Werk in Rüsselsheim. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold (Foto: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold)

IG Metall lobt Sanierungsplan als "wichtigen Schritt" zur Standortsicherung

Nach der Einigung auf einen Sanierungsplan bei Opel hat sich die Unternehmensspitze zuversichtlich angesichts der künftigen Entwicklung der deutschen Werke des Autobauers gezeigt. "Ich habe mein Wort gehalten", sagte Opel-Chef Michael Lohscheller der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe). "Es gibt bei Opel keine betriebsbedingten Kündigungen, keine Standortschließungen." Stattdessen werde "massiv in die deutschen Standorte" investiert, um diese fit für die Zukunft zu machen.

Lohscheller hob besonders den "wichtigen Standort" im thüringischen Eisenach hervor. Dort soll künftig exklusiv das SUV-Modell Grandland X gebaut werden, das bisher in Frankreich vom Band läuft. "Außerdem werden wir in Eisenach unseren ersten Plug-in-Hybrid produzieren", sagte Lohscheller der Zeitung. Dass mit Elektromobilität die Zukunft des Standorts gesichert werde, sei "eine gute Nachricht für Deutschland und vor allem für Eisenach".

Geschäftsführung und Betriebsrat des Autobauers hatten sich am Dienstag auf einen Sanierungsplan geeinigt, der Investitionen in die Standorte Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern vorsieht. Betriebsbedingte Kündigungen werden bis 2023 ausgeschlossen.

Zugleich wurde der Abbau von 3700 Stellen in Deutschland vereinbart, der vor allem durch die freiwillige Inanspruchnahme von Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen bereits fast erreicht worden ist. "Den Mitarbeiter-Abbau werden wir in den kommenden Tagen abgeschlossen haben und dann wird Ruhe für die nächsten Jahre sein", sagte Lohscheller der "Bild".

Auch die IG Metall begrüßte die Einigung auf einen Sanierungsplan für den Autobauer. Damit sei "ein wichtiger Schritt zur Sicherung aller Opel-Standorte gelungen", erklärte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Damit sei der Weg frei für Tarifverhandlungen, in denen die Zusagen über Investitionen, Produkte sowie Beschäftigungsgarantien geregelt würden. "Das gibt den Beschäftigten nach einer langen Phase der Unsicherheit endlich Perspektiven für die Zukunft", erklärte Hofmann.

"Wir sind noch nicht am Ende des Aushandlungsprozesses", sagte der für alle deutschen Opel-Standorte zuständige Leiter des Bezirks Mitte der IG Metall, Jörg Köhlinger, dem SWR. "Aber wir sind einen wesentlichen Schritt weiter."

Der Abbau der 3700 Stellen werde ein "lösbares Problem", da die Abfindungsprogramme "relativ attraktiv" seien. "Wir haben ja in den letzten Wochen eher das Gegenteil als Problem gehabt", sagte Köhlinger in der Sendung "SWR Aktuell". Der Betriebsrat habe in dieser Zeit verhindern müssen, dass mehr Mitarbeiter ausscheiden als vorgesehen.


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