29.05.2018, 19:57 Uhr

New York (AFP) US-Erfolgsserie "Roseanne" wird abgesetzt

Serienstar Roseanne Barr. Quelle: AFP/Archiv/ (Foto: AFP/Archiv/)Serienstar Roseanne Barr. Quelle: AFP/Archiv/ (Foto: AFP/Archiv/)

Sender ABC reagiert auf rassistisch anmutenden Witz von Schauspielerin

Die US-Erfolgsserie "Roseanne" wird wegen eines als rassistisch kritisierten Witzes ihrer Hauptdarstellerin abgesetzt. Die Chefin der Unterhaltungssparte von ABC, Channing Dungey, begründete die Entscheidung am Dienstag damit, dass die "abscheuliche" und "widerwärtige" Bemerkung von Roseanne Barr nicht mit den Werten des Senders im Einklang stehe.

Die 65-Jährige hatte im Kurzbotschaftendienst Twitter die afroamerikanische Politikerin Valerie Jarrett, eine langjährige Beraterin von Ex-Präsident Barack Obama, als Kreuzung von "Muslimbrüderschaft" und "Planet der Affen" verunglimpft. Sie löste damit eine Welle der Empörung in den Onlinenetzwerken aus. Barr entschuldigte sich daraufhin bei Jarrett und "allen Amerikanern" für ihren "schlechten Witz" und löschte ihre skandalöse Twitter-Botschaft.

Die preisgekrönte Comedy-Serie um den Alltag einer Arbeiterfamilie war erst im März nach einer zwei Jahrzehnte langen Pause neu gestartet. In der aktuellen zehnten Staffel stellt Barr eine Anhängerin von Präsident Donald Trump dar - dies ist sie auch im wirklichen Leben. Die Neuauflage genoss euphorische Kritiken und glänzende Einschaltquoten, weshalb bislang eine elfte Staffel geplant war.

Angetan von der Serie war offenbar auch Trump. Barr berichtete im März, der Präsident habe sie angerufen, um ihr zum Erfolg der neuen Staffel zu gratulieren. Die Serie habe immer ein Spiegelbild der Gesellschaft sein sollen, hatte sie im Januar dazu gesagt, dass "Roseanne" in der Neuauflage den Alltag und die Ansichten von Trump-Anhängern thematisierte.


0 Kommentare