27.05.2018, 09:16 Uhr

Paris (AFP) Erneut zehntausende Franzosen bei Demonstrationen gegen Macrons Reformkurs

Demonstrationszug in Paris. Quelle: AFP/Zakaria ABDELKAFI (Foto: AFP/Zakaria ABDELKAFI)Demonstrationszug in Paris. Quelle: AFP/Zakaria ABDELKAFI (Foto: AFP/Zakaria ABDELKAFI)

Geringere Teilnahme als bei vorangegangenen Protesten

In Frankreich sind erneut zehntausende Menschen gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron auf die Straße gegangen. Die Teilnehmerzahlen bei den Demonstrationen in zahlreichen Städten am Samstag waren jedoch niedriger als bei vorangegangenen Protesttagen. Das Innenministerium gab die Zahl der Demonstranten mit landesweit rund 93.000 an, die Organisatoren sprachen von 250.000 Teilnehmern.

In Paris meldete die Polizei 21.000 Demonstranten, die Gewerkschaft CGT gab die Zahl der Teilnehmer in der französischen Hauptstadt dagegen mit 80.000 an. Bei einem Protesttag am 5. Mai waren in Paris nach Polizeischätzungen 40.000, nach Gewerkschaftsangaben 100.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Zu den Kundgebungen hatten mehr als 60 Gruppen aufgerufen, darunter Parteien aus dem linken Lager sowie Gewerkschaften. Demonstrationen gab es neben Paris unter anderem auch in Marseille, Lyon, Grenoble und Montpellier.

Die Organisatoren werfen Macron eine Politik "zugunsten der Reichsten" und soziale Kälte vor. Bereits vor drei Wochen hatte es in Frankreich ähnliche Proteste gegeben, an denen sich landesweit zehntausende Menschen beteiligt hatten.

Macron selbst gab sich unbeeindruckt. Die Proteste würden ihn "nicht aufhalten", sagte er am Freitag bei einem Besuch im russischen St. Petersburg. Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF), Pierre Laurent, nannte den Staatschef am Samstag bei der Demonstration in Paris "arrogant" und warf ihm "autoritäre Methoden" vor.

Der Protestzug in Paris wurde aus Sorge vor Ausschreitungen von einem Großaufgebot der Polizei begleitet. 43 Menschen wurden laut Polizei festgenommen, unter anderem wegen Waffenbesitzes. Einige dutzend vermummte Demonstranten bewarfen Beamte mit Flaschen und anderen Wurfgeschossen, diese antworteten mit Tränengas. Es handelte sich laut Beobachtern aber nur um kleinere Zwischenfälle.


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