27.05.2018, 09:02 Uhr

Paris (AFP) Macron startet neuen Vermittlungsversuch im Libyen-Konflikt

Macron startet neuen Vermittlungsversuch im Libyen-Konflikt. Quelle: AFP/Archiv/Ludovic MARIN (Foto: AFP/Archiv/Ludovic MARIN)Macron startet neuen Vermittlungsversuch im Libyen-Konflikt. Quelle: AFP/Archiv/Ludovic MARIN (Foto: AFP/Archiv/Ludovic MARIN)

Frankreichs Präsident lädt Kontrahenten für Dienstag nach Paris ein

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron startet einen neuen Vermittlungsversuch im Libyen-Konflikt. Wie der Elysée-Palast am Sonntag mitteilte, hat Macron den libyschen Regierungschef Fajes al-Sarradsch und seinen Rivalen Chalifa Haftar für den kommenden Dienstag zu einem Treffen unter der Schirmherrschaft der UNO nach Paris eingeladen. Geplant ist demnach die Unterzeichnung einer Erklärung, die einen Fahrplan zur Beilegung der Krise und Neuwahlen vorsieht.

Das Ziel des Treffens sei, "die Bedingungen für einen Ausweg aus der Krise" zu schaffen und dabei "alle nationalen und internationalen Akteure" in die Verantwortung zu nehmen, erklärte der Elysée-Palast. Al-Sarradsch und Haftar haben demnach zugestimmt, eine Erklärung zu unterzeichnen, die einen Fahrplan für einen "politischen Prozess" in dem nordafrikanischen Krisenstaat sowie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen noch in diesem Jahr vorsieht.

An dem dreistündigen Treffen sollen den Angaben zufolge auch der libysche Parlamentspräsident Agila Salah Issa und Staatsratspräsident Chaled al-Mischri teilnehmen.

Eingeladen wurden zudem Vertreter von 19 Ländern, darunter die fünf ständigen Mitglieder der UN-Sicherheitsrats, die ehemalige Kolonialmacht Italien, die Nachbarländer Ägypten, Tunesien und Tschad sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Kuwait, die Türkei, Algerien und Marokko. Teilnehmen sollen auch der UN-Gesandte für Libyen, Ghassan Salamé, sowie Kongos Präsident Denis Sassou-Nguesso als Vertreter der Afrikanischen Union (AU).

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Weite Teile Libyens werden von bewaffneten Milizen kontrolliert.

Die Autorität der international unterstützten Regierung der nationalen Einheit, an deren Spitze al-Sarradsch steht, wird von einer Gegenregierung in Frage gestellt, die mit Hilfe der selbsternannten Nationalen Libyschen Armee des abtrünnigen Generals Haftar im Osten von Libyen herrscht.

Macron hatte al-Sarradsch und Haftar bereits im Juli 2017 zu einem Krisengipfel nahe Paris eingeladen. Dabei hatten sich die Kontrahenten auf einen Fahrplan zur Beilegung der Krise geeinigt, der eine Waffenruhe und Wahlen im Frühjahr vorsah.


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