27.05.2018, 11:55 Uhr

Seoul (AFP) US-Präsident Trump rechnet wieder mit Nordkorea-Gipfel am 12. Juni


Auch Nordkoreas Machthaber Kim bekundet "festen Willen" für Treffen

Nach seiner Absage rechnet US-Präsident Donald Trump nun doch wieder damit, dass das Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wie geplant stattfindet. Die Angelegenheit entwickle sich "sehr gut", sagte Trump am Samstag in Washington. "Wir streben den 12. Juni in Singapur an. Daran hat sich nichts geändert." Auch Kim bekundete bei einem überraschenden Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In seinen "festen Willen" für das Treffen mit Trump.

Trump hatte das geplante Gipfeltreffen mit Kim am Donnerstag unter Verweis auf "offene Feindseligkeit" Nordkoreas abgesagt. Nachdem sich Nordkorea trotzdem weiter offen für direkte Gespräche zeigte, änderte Trump erneut den Kurs und erklärte kaum 24 Stunden später, das geplante Gipfeltreffen sei weiter möglich.

Derzeit liefen weitere Besprechungen, sagte Trump am Samstag im Weißen Haus. "Ich glaube, dass es viel Wohlwollen gibt", fügte der US-Präsident hinzu.

Wenige Stunden zuvor waren Kim und Moon überraschend zum zweiten Mal binnen vier Wochen zu Gesprächen in der entmilitarisierten Zone zwischen ihren beiden Staaten zusammengekommen. Auf Fotos war zu sehen, wie sich die beiden im Grenzort Panmunjom die Hände schüttelten und sich herzlich umarmten.

Kim habe Moon für dessen Bemühungen gedankt, das Gipfeltreffen mit Trump zustande zu bringen, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Kim habe zudem seinen "festen Willen" für das Treffen mit Trump bekräftigt.

Moon sagte am Sonntag in Seoul, Kim habe ihn um das kurzfristige Treffen "ohne Formalitäten" gebeten. Bei der zweistündigen Unterredung habe Kim dann seine Absicht bekundet, durch ein erfolgreiches Treffen mit dem US-Präsidenten ein Ende der "Geschichte des Krieges und der Konfrontation" herbeizuführen. Nordkoreas Machthaber wolle durch einen erfolgreichen Gipfel eine Kooperation für "Frieden und Wohlstand" erreichen.

Darüber hinaus habe Kim seine "feste Entschlossenheit zur vollständigen Denuklearisierung" bekräftigt, sagte Moon. Allerdings habe sich der nordkoreanische Machthaber besorgt gezeigt, ob die USA ihre "feindliche Politik" gegenüber Pjöngjang nach der atomaren Abrüstung einstellen und die "Sicherheit seiner Regierung" garantieren würden.

Moon forderte bei dem Gespräch mit Kim nach eigenen Angaben sowohl Washington als auch Pjöngjang dazu auf, "Missverständnisse durch direkte Kommunikation auszuräumen". Außerdem habe er auf Vorbereitungsverhandlungen auf "Arbeitsebene" zwischen den USA und Nordkorea gedrungen, um für den geplanten Gipfel eine Agenda zu entwerfen.

Bereits am Samstag hatte es in Washington geheißen, dass die Vorbereitungen für das Treffen fortgesetzt würden. Ein Team der US-Regierung werde wie geplant nach Singapur reisen um alles für den Fall vorzubereiten, dass die Begegnung stattfinde, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders.

Auch zwischen Nord- und Südkorea sollen die Spitzengespräche fortgesetzt werden. Kim sagte laut KCNA, die beiden Staaten sollten "positiv zusammenarbeiten" und "Mechanismen für einen dauerhaften und beständigen Frieden" entwickeln. Dafür seien weitere "hochrangige" Gespräche für den 1. Juni anberaumt worden. Auch die Staatschefs wollen sich laut KCNA künftig "regelmäßig" zu direkten Gesprächen treffen.

Der Konflikt um Nordkorea und dessen Atom- und Raketenprogramme beschäftigt die Staatengemeinschaft seit Jahrzehnten. Das weitgehend isolierte Land, dessen wichtigster Verbündeter China ist, verfügt nach Angaben der Führung in Pjöngjang über Atomwaffen, mit denen es seine Nachbarstaaten, aber auch die USA bedrohen könnte.

Seit Jahresbeginn hatte es im angespannten Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea dann mehrere Wendungen gegeben. Im März hatte Kim den US-Präsidenten zu einem Gipfeltreffen eingeladen, was Trump annahm.

Moon und Kim waren Ende April waren zu einem als historisch eingestuften innerkoreanischen Gipfel in Panmunjom zusammengekommen. Dabei sprachen sie sich für einen Friedensschluss und eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel aus.


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