25.05.2018, 17:47 Uhr

St. Petersburg (AFP) Putin weist Schuldzuweisung der Niederlande zum MH17-Abschuss zurück

MH17-Trümmer an der Absturzstelle. Quelle: AFP/Archiv/Alexander KHUDOTEPLY (Foto: AFP/Archiv/Alexander KHUDOTEPLY)MH17-Trümmer an der Absturzstelle. Quelle: AFP/Archiv/Alexander KHUDOTEPLY (Foto: AFP/Archiv/Alexander KHUDOTEPLY)

EU und Nato: Russland soll "Verantwortung" übernehmen

Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine Verantwortung Moskaus für den Abschuss von Flug MH17 über der Ukraine zurückgewiesen. "Natürlich nicht", sagte Putin am Freitag in St. Petersburg auf die Frage, ob es sich um eine russische Rakete gehandelt habe. Die am Vortag veröffentlichte internationale Untersuchung sei "nicht vertrauenerweckend", zudem gebe es "mehrere Versionen" zu dem Vorfall.

Flug MH17 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg vom Amsterdamer Flughafen Schiphol nach Kuala Lumpur über der Ostukraine von einer Rakete getroffen worden und abgestürzt. Unter den 298 Insassen waren 196 Niederländer, 39 Australier und vier Deutsche. Am Donnerstag hatte das von den Niederlanden geleitete internationale Ermittlerteam zu dem Abschuss einen neuen Bericht vorgelegt und die eingesetzte Rakete erstmals einer russischen Militärbrigade zugeordnet.

Am Freitag machten die Niederlande und Australien Russland formell für den Abschuss von MH17 verantwortlich. "Es gibt nur eine Schlussfolgerung zu der gestrigen Präsentation, nämlich dass Russland voll verantwortlich ist für die Stationierung dieses Buk-Systems", sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte vor Journalisten. Die Erklärung der niederländischen Regierung könnte auch gerichtliche Schritte zur Folge haben.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf der niederländischen Regierung vor, für ihre Schuldzuweisung keinerlei Beweise geliefert zu haben. Laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen sagte Lawrow, in einem Telefonat habe ihm der niederländische Außenminister Stef Blok auf Nachfrage "keine Fakten genannt". Lawrow warf der Regierung in Den Haag vor, die Tragödie auszunutzen, "um ihre eigenen politischen Ziele zu erreichen".

Die EU und die Nato forderten Russland hingegen auf, die Verantwortung für den Abschuss zu übernehmen. Auch die Bundesregierung forderte Russland auf, seiner "Verantwortung" nachzukommen, "damit die Tragödie vollständig aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden", wie die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz in Berlin sagte. Das internationale Ermittlerteam habe festgestellt, dass Flug MH17 von einem Raketensystem abgeschossen worden sei, "das ohne Zweifel zu den bewaffneten Kräften der Russischen Förderation gehört".

Die Bundesregierung sei sich mit der niederländischen Regierung völlig einig, "dass die Schuldigen für dieses Verbrechen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden müssen", fügte die Sprecherin hinzu.


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