24.05.2018, 13:33 Uhr

Berlin (AFP) Abschlagsfreie Rente ab 63 erreicht Millionengrenze

Senioren können nach 45 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. . Quelle: dpa/AFP/Karl-Josef Hildenbrand (Foto: dpa/AFP/Karl-Josef Hildenbrand)Senioren können nach 45 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. . Quelle: dpa/AFP/Karl-Josef Hildenbrand (Foto: dpa/AFP/Karl-Josef Hildenbrand)

Arbeitsministerium sieht Bewilligungen im "erwartbaren Rahmen"

Die abschlagsfreie Rente ab 63 hat knapp vier Jahre nach ihrer Einführung die Millionengrenze erreicht. Zwischen Juli 2014 und April dieses Jahres wurden 1.005.777 Anträge registriert, wie das Bundesarbeitsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Im gleichen Zeitraum wurden 985.299 Anträge bewilligt. Damit lagen die Zahlen etwas höher als ursprünglich im Gesetzentwurf vorgesehen, was auch die Kosten erhöht.

Über die Zahlen hatte zuvor die "Bild"-Zeitung berichtet. Die Bundesregierung habe in ihrem Gesetzentwurf für die abschlagsfreie Rente ab 63 noch mit 200.000 Anträgen im Jahr gerechnet, hieß es in dem Bericht. Das Bundesarbeitsministerium trat aber dem Eindruck entgegen, die höheren Antragszahlen seien eine Überraschung. "Insgesamt bewegen sich die Zugänge im erwartbaren Rahmen", hieß es in der Erklärung.

Die Kosten für alle Bezieher der Rente mit 63 belaufen sich inzwischen auf 1,3 Milliarden Euro im Monat. Im Juni 2014, dem letzten Monat vor Einführung der Rente mit 63, zahlte die Rentenversicherung nur 62,6 Millionen Euro an Renten für sogenannte besonders langjährig Versicherte mit mehr als 45 Beitragsjahren aus. Das Arbeitsministerium verwies darauf, dass die Betroffenen ihren Renteneintritt vorgezogen hätten - und dieser andernfalls mit 65 erfolgt wäre.

Die Linke zeigte sich zufrieden mit der Rente ab 63. Sie sei ein "voller Erfolg", erklärte ihr Rentenexperte Matthias Birkwald. "Denn Menschen, die 45 und mehr Jahre in die Rente eingezahlt haben, können oft nicht mehr länger arbeiten und haben sich ihren Ruhestand redlich verdient."

Birkwald verwies darauf, dass bei der Rente ab 63 ebenso wie bei der regulären Altersversorgung das Eintrittsalter allmählich steigt. Der Jahrgang 1955 etwa könne nicht mit 63 in die abschlagsfreie Rente gehen, sondern erst ab 63 Jahren und sechs Monaten. Pro Jahrgang verschiebe sich das Zugangsalter um zwei Monate. "Ab dem Jahrgang 1964 wird aus der Rente ab 63 dann endgültig eine Rente ab 65", erklärte Birkwald.

Seit Juli 2014 können Arbeitnehmer ab 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen, wenn sie mindestens 45 Versicherungsjahre nachweisen können. Dazu zählen auch Kindererziehung, nicht erwerbsmäßige Pflege, Krankengeldbezug sowie Wehr- und Zivildienst.


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