24.05.2018, 15:44 Uhr

Leipzig (AFP) Entwarnung nach Fund einer Fliegerbombe in Dresden

Drei Tage hielt die Fliegerbombe Dresden in Atem. Quelle: dpa/AFP/Christian Essler (Foto: dpa/AFP/Christian Essler)Drei Tage hielt die Fliegerbombe Dresden in Atem. Quelle: dpa/AFP/Christian Essler (Foto: dpa/AFP/Christian Essler)

Blindgänger teilweise detoniert - Geduldsprobe für die Stadt

Entwarnung nach dem Fund einer Fliegerbombe in Dresden: Der Blindgänger, der die Stadt drei Tage lang in Atem hielt, ist entschärft, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Sperrungen um den Fundort sollten schrittweise aufgehoben werden. Damit konnten tausende Anwohner, die zum Teil in einer Notunterkunft ausharrten, in ihre Häuser zurückkehren.

Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war am Dienstag bei Bauarbeiten nahe der Dresdner Innenstadt gefunden worden. Bei einem Entschärfungsversuch am späten Mittwochabend detonierte der Sprengkörper teilweise. Bilder aus der Nacht zeigten einen Feuerschein und viel Rauch sowie Knallgeräusche. Menschen wurden dabei nicht verletzt.

Wegen der Detonation konnte der Kampfmittelräumdienst zunächst nicht einschätzen, ob von der 250-Kilo-Bombe noch eine Gefahr ausging. Daher wurde die erhitzte Bombe am Donnerstag zunächst mit Hilfe eines Löschroboters heruntergekühlt. Ein gepanzerter Bagger räumte anschließend den Brandschutt weg, so dass der Sprengmeister die Bombe in Augenschein nehmen konnte.

Dabei zeigte sich, dass der Zünder bei dem Entschärfungsversuch am Mittwochabend entfernt wurde. Spezialisten hatten den Zünder aus der Ferne mit einer sogenannten Raketenklemme aus der Bombe gedreht. Dadurch wurde eine Teildetonation ausgelöst, in deren Folge auch das die Bombe umgebende Dämmmaterial in Brand gesetzt wurde. Um den Blindgänger war eine Art Schutzwall errichtet worden, nachdem sich die Entschärfung wegen des schlechten Zustands des Zünders schwierig gestaltete.

Das betroffene Gebiet war bereits nach dem Fund der Fliegerbombe weiträumig abgesperrt worden. In der Nacht zum Mittwoch hatten fast 9000 Menschen ihre Häuser räumen müssen. Auch zwei Seniorenheime und eine geriatrische Klinik waren betroffen. Schäden wurden bis auf ein angrenzendes Firmengebäude nicht gemeldet.

Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar erklärte, die Bombe sei "hochgefährlich" gewesen. Dies zeige das "Gefahrenpotenzial", das von solcher Weltkriegsmunition ausgehe.

Insgesamt waren wegen des Bombenfunds mehr als 590 Feuerwehr- und Rettungskräfte sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Einsatz. Hinzu kamen mehr als 1200 Polizeibeamte.

Auch der Autoverkehr in Dresden sowie der Bahnverkehr waren teilweise eingeschränkt. Der Luftraum über Dresden wurde am Donnerstag erneut gesperrt. Es gab bis zur Entwarnung durch die Behörden keine Starts und Landungen. Bereits am Mittwoch war der Flugverkehr in Dresden wegen der Bombe deutlich eingeschränkt.

Funde von Weltkriegsbomben sind in Deutschland häufig. Auch mehr als 70 Jahre nach dem Krieg werden immer wieder Blindgänger entdeckt. In den meisten Fällen können die Experten der Kampfmittelbeseitigung die Fliegerbomben problemlos unschädlich machen. Allerdings gab es in den vergangenen Jahren auch mehrere Unglücke mit Toten und schweren Schäden.


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