24.05.2018, 07:54 Uhr

Düsseldorf (AFP) Böckler-Stiftung warnt vor zu großem Einfluss von Vermögensverwaltern auf Unternehmen

BlackRock-Logo. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Andrew Burton (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Andrew Burton)BlackRock-Logo. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Andrew Burton (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Andrew Burton)

Blackrock bei einem Drittel aller Dax-Unternehmen größter Einzelaktionär

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung warnt vor einem zu großen Einfluss von Vermögensverwaltern auf deutsche Unternehmen. Diese drohten die Rechte des Aufsichtsrats und somit die Mitspracherechte von Beschäftigten im Unternehmen zu beschneiden, erklärte die Stiftung am Donnerstag. Demzufolge hielt Ende 2016 allein der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock Anteile im Wert von 6,1 Prozent an allen Dax-Konzernen und war bei rund einem Drittel größter Einzelaktionär.

Der Analyse zufolge versuchen die meist aus Großbritannien oder den USA stammenden Großinvestoren mehr Einflussmöglichkeiten für die Aktionärsseite durchzusetzen. Während Banken seit der Finanzkrise auf dem Rückzug sind, bekommen die Vermögensverwalter starken Zulauf an Kapital. Diese Investoren haben der Studie zufolge meist rein finanzielle Interessen an ihren Beteiligungen und wollen deshalb Gewinne und Dividendenzahlungen steigern.

Die Böckler-Stiftung kritisiert, dass die Investoren oft über intransparente Kanälen Einfluss auf den Vorstand oder den Aufsichtsratsvorsitzenden nähmen und die Arbeitnehmer somit im Dunklen ließen. Außerdem versuchten sie kritische Punkte wie die Bezahlung des Vorstands aus der Entscheidungsgewalt des Aufsichtsrats heraus in die Hauptversammlung zu verlegen - dort hat die Belegschaft an sich kein Mitspracherecht. Die Stiftung forderte, dem durch eine stärkere Beteiligung der Mitarbeiter an Unternehmensentscheidungen entgegenzuwirken.

Neben diesem Problem weist die Studie auch auf eine weitere Gefahr hin: Durch die zahlreichen Beteiligungen einiger weniger Vermögensverwalter wie Blackrock oder auch Vanguard entstünden "mögliche Kartelltendenzen". Die Studie geht dabei davon aus, dass die Investoren weniger Interesse am Erfolg einzelner Unternehmen als der gesamten Branchen haben, weshalb harter Wettbewerb eher kontraproduktiv sei. Als Beispiel wird die geplante Fusion des Chemiekonzerns Bayer mit dem US-Saatguthersteller Monsanto genannt, wo Blackrock und Vanguard jeweils Großaktionäre sind.


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