23.05.2018, 13:58 Uhr

Osnabrück (AFP) Afghane wegen tödlicher Schleusung auf Mittelmeer in Osnabrück vor Gericht

Der Angeklagte zwischen Anwalt und Dolmetscher . Quelle: dpa/AFP/Friso Gentsch (Foto: dpa/AFP/Friso Gentsch)Der Angeklagte zwischen Anwalt und Dolmetscher . Quelle: dpa/AFP/Friso Gentsch (Foto: dpa/AFP/Friso Gentsch)

28-Jähriger überlebte Untergang - Etwa 60 Flüchtlinge starben

Vor dem Landgericht im niedersächsischen Osnabrück hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 28-jährigen Afghanen wegen einer tödlichen Flüchtlingsschleusung auf dem Mittelmeer begonnen. Der Mann soll im Auftrag von Hintermännern zwei Frauen und ihre vier Kinder auf ein seeuntüchtiges Boot gebracht haben, das sank. Die Frauen und die Kinder starben dabei.

Bei dem Mann handelt es sich nach früheren Angaben der Ermittler um einen sogenannten Begleitschleuser, der sich mit an Bord des Boots begab. Er überlebte den Untergang. Bei der missglückten Überfahrt von der türkischen Küste zu einer griechischen Insel starben im Januar 2016 bei schlechtem Wetter etwa 60 Menschen, nur 24 Flüchtlinge konnte die griechische Küstenwache damals retten.

Dem Angeklagten wird Einschleusen mit Todesfolge vorgeworfen, ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Er wurde im Dezember aufgrund von Zeugenaussagen durch die Bundespolizei festgenommen. Er hatte sich nach seiner Ankunft in Griechenland als Flüchtling registrieren lassen und später in Deutschland Asyl beantragt.

In Deutschland gab es schon ähnliche Prozesse. Im August vorigen Jahres etwa verurteilte das Landgericht im bayerischen Traunstein vier Syrer zu Haftstrafen von bis zu vier Jahren verurteilt. Sie hatten Flüchtlinge auf einem Boot geschleust, das ebenfalls sank.


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