20.05.2018, 17:41 Uhr

Sarajevo (AFP) Erdogan wirbt in Sarajevo um Wählerstimmen

Erdogan spricht vor tausenden Anhängern in Sarajevo. Quelle: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Kayhan OZER (Foto: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Kayhan OZER)Erdogan spricht vor tausenden Anhängern in Sarajevo. Quelle: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Kayhan OZER (Foto: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Kayhan OZER)

Anhänger aus Deutschland und anderen EU-Ländern feiern türkischen Präsidenten

Bei einem umstrittenen Wahlkampfauftritt in Bosnien-Herzegowina hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan um die Stimmen der in Europa lebenden Türken geworben. "Wollt ihr für mich und meine Partei ein Rekordergebnis erzielen?", rief Erdogan am Sonntag seinen Anhängern in der Hauptstadt Sarajevo zu, unter ihnen Tausende Türken aus Deutschland. Auch aus anderen EU-Ländern waren zahlreiche Unterstützter Erdogans nach Sarajevo gereist.

Die Menge schwenkte türkische Fahnen und rief "Allahu Akbar" (Gott ist groß) und "Sultan Erdogan". Begleitet wurde Erdogan bei seinem Auftritt in der größten Sporthalle Sarajevos von Bakir Izetbegovic, dem muslimischen Vertreter in dem dreiköpfigen bosnischen Staatspräsidium.

Erdogan forderte die im Ausland lebenden Türken auf, dort eine "aktive Rolle" in den Parteien zu übernehmen und die jeweilige Staatsbürgerschaft anzunehmen. Izetbegovic rief zur Stimmabgabe für Erdogan auf und bezeichnete ihn als einen "von Gott gesandten Mann". Erdogans Auftritt in Sarajevo hatte im Vorfeld für Debatten gesorgt. Serbenführer Milorad Dodik warf dem türkischen Präsidenten vor, sich in die bosnischen Angelegenheiten einzumischen.

In der Türkei sind für den 24. Juni vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen angesetzt. Etwa drei Millionen Auslandstürken sind stimmberechtigt, darunter 1,4 Millionen Wahlberechtigte in Deutschland. Der Student Muhamed Yanik aus Dortmund nahm eine 28-stündige Busfahrt auf sich, um den türkischen Staatschef in Sarajevo zu sehen. Er würde bis ans Ende der Welt für Erdogan gehen, sagte der 20-Jährige.

Weitere Wahlkampfauftritte im Ausland plant der türkische Staatschef nicht. Die Bundesregierung hatte nach dem Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Minister vor dem umstrittenen Verfassungsreferendum im April 2017 beschlossen, nicht-europäischen Politikern drei Monate vor Wahlen grundsätzlich keine Auftritte in Deutschland zu erlauben. Auch die Niederlande und Österreich haben sich Wahlkampfauftritte türkischer Politiker verbeten.


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