15.05.2018, 16:55 Uhr

Berlin (AFP) Weiter Kritik an Özil und Gündogan wegen Fotos mit Erdogan

Erdogan mit deutsch-türkischen Fußballern. Quelle: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/KAYHAN OZER (Foto: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/KAYHAN OZER)Erdogan mit deutsch-türkischen Fußballern. Quelle: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/KAYHAN OZER (Foto: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/KAYHAN OZER)

Innen-Staatssekretär Mayer spricht von "Bärendienst"

Die Kritik an den Fußball-Nationalspielern Mesut Özil und Ilkay Gündogan wegen eines Treffens mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hält an. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer (CSU), sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben), die Spieler hätten "politisch gehandelt und damit sich selbst und unserem Land einen Bärendienst erwiesen".

"Bei einem deutschen Staatsbürger, der das Trikot der Nationalmannschaft tragen darf, erwarte ich Identifikation und ungeteilte Loyalität mit unserem Land, denn sie haben eine herausragende Vorbildfunktion", sagte Mayer.

Auf die "Vorbildfunktion" der beiden Mittelfeld-Stars hatte zuvor auch der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, verwiesen. Özil und Gündogan seien in einer Situation gesehen worden, "die Fragen aufwarf und die auch zu Missverständnissen einlud", sagte Seibert am Dienstag. Es sei deswegen "gut", dass Gündogan eine Erklärung zu dem Treffen mit Erdogan abgegeben habe.

Gündogan hatte erklärt, er und Özil hätten nicht die Absicht gehabt, "ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen".

Özil und Gündogan, die für Arsenal London und Manchester City spielen, hatten sich am Sonntag mit Erdogan in der britischen Hauptstadt London getroffen und sich auch mit ihm fotografieren lassen. Gündogan hielt ein hellblaues Manchester-City-Trikot hoch, auf dem auf Türkisch stand: "Mit großem Respekt für meinen Präsidenten."

Das Treffen der beiden in Gelsenkirchen geborenen Spieler mit Erdogan sorgte für viel Kritik. Bundestrainer Joachim Löw kritisierte das Treffen ebenfalls, zeigte zugleich aber Verständnis für Spieler mit Migrationshintergrund. Den beiden sei mitgeteilt worden, "dass das jetzt keine glückliche Aktion war".


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