14.05.2018, 11:04 Uhr

Gaza (AFP) Mindestens 16 Palästinenser bei Protesten an Grenze zum Gazastreifen erschossen

Proteste im Gazastreifen. Quelle: AFP/MAHMUD HAMS (Foto: AFP/MAHMUD HAMS)Proteste im Gazastreifen. Quelle: AFP/MAHMUD HAMS (Foto: AFP/MAHMUD HAMS)

Mehr als 500 Verletzte

Bei Massenprotesten gegen die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem sind am Montag mindestens 16 Palästinenser von israelischen Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen erschossen und mehr als 500 weitere verletzt worden. Unter den Toten war auch ein 14-jähriger Junge, wie das Gesundheitsministerium in dem Palästinensergebiet mitteilte. Kurz zuvor war noch von zwölf Toten die Rede gewesen.

Tausende Palästinenser protestierten im Gazastreifen an mehreren Orten an der Grenze zu Israel. Einige Gruppen näherten sich Steine werfend dem Grenzzaun. Es kam zu schweren Zusammenstößen mit den israelischen Soldaten.

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Dezember mit seiner Ankündigung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, wütende Proteste der Palästinenser ausgelöst.

Der endgültige Status Jerusalems ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Die Palästinenser beanspruchen den 1967 von Israel besetzten und 1980 annektierten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt des von ihnen angestrebten eigenen Staates.

Die Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem am Montagnachmittag (15.00 Uhr) findet am gleichen Tag statt, an dem Israel sein 70-jähriges Bestehen feiert. Am Dienstag jährt sich zudem zum 70. Mal die Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück). An diesem Tag erinnern die Palästinenser an die Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten. Seit Ende März hat die israelische Armee bei den Protesten am Gazastreifen gegen Vertreibung und Landnahme nun bereits 70 Palästinenser erschossen.


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