14.05.2018, 10:09 Uhr

Berlin (AFP) Dämpfer für DGB-Chef Hoffmann bei Wiederwahl

Der wiedergewählte DGB-Chef Hoffmann. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Wolfgang Kumm (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Wolfgang Kumm)Der wiedergewählte DGB-Chef Hoffmann. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Wolfgang Kumm (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Wolfgang Kumm)

Gewerkschaftschef und restlicher Vorstand im Amt bestätigt

Bei seiner Wiederwahl zum DGB-Vorsitzenden hat Reiner Hoffmann einen Dämpfer erlitten: Der 62-Jährige wurde beim Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin am Montag mit lediglich 76,3 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Er erhielt damit das schlechteste Ergebnis aller vier Mitglieder des Bundesvorstands - und rund 17 Prozentpunkte weniger als bei seiner Wahl 2014.

Für Hoffmann stimmten am Montag 289 Delegierte. Es gab 90 Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen. Hoffmann hatte keinen Gegenkandidaten. Er nahm die Wahl an.

Als stellvertretende DGB-Vorsitzende wurde am Montag Elke Hannack bestätigt. Sie kam auf 327 Ja-Stimmen beziehungsweise 86,5 Prozent. Ebenfalls im vierköpfigen Geschäftsführenden Bundesvorstand bestätigt wurden die Vorstandsmitglieder Annelie Buntenbach und Stefan Körzell. Buntenbach wurde mit 311 Ja-Stimmen (81,2 Prozent) wiedergewählt, Körzell 315 Ja-Stimmen (83,6 Prozent).

Hoffmann bekam damit von allen Mitgliedern des Bundesvorstands die wenigsten Stimmen. Bei seiner ersten Wahl 2014 war er mit 365 Ja-Stimmen oder 93,1 Prozent zum Nachfolger von Michael Sommer an die DGB-Spitze gewählt worden.

In seiner Grundsatzrede rief Hoffmann die Mitgliedsgewerkschaften am Montag dazu auf, die großen Umbrüche in Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten. "Keiner hat mehr Erfahrung darin, den Strukturwandel zum Wohle der Menschen zu gestalten, als wir Gewerkschaften", sagte der DGB-Chef. "Keiner ist darin erfolgreicher als wir, weil wir Gewerkschaften die Experten der Arbeitswelt sind, weil wir gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen."

Der technologische Wandel in der Arbeitswelt biete Chancen und Risiken zugleich, sagte Hoffmann. "Wohin die Reise geht, entscheiden immer noch wir." Es gelte, den "digitalen Kapitalismus" zu zivilisieren. Die Bundesregierung rief er auf, das "digitale Tagelöhnertum" zu beenden.

Der DGB war am Sonntag zu seinem fünftägigen Bundeskongress in Berlin zusammengekommen. Am Eröffnungstag war unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Gast. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Dienstag beim Bundeskongress, dem höchsten Entscheidungsorgan des DGB, erwartet. Das "21. Parlament der Arbeit" tagt bis Donnerstag unter dem Motto "Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit".


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