13.05.2018, 11:06 Uhr

Münster (AFP) Kardinal Marx wirbt zu Abschluss von Katholikentag für Ökumene

Kardinal Reinhard Marx. Quelle: dpa/AFP/Rolf Vennenbernd (Foto: dpa/AFP/Rolf Vennenbernd)Kardinal Reinhard Marx. Quelle: dpa/AFP/Rolf Vennenbernd (Foto: dpa/AFP/Rolf Vennenbernd)

Auch Bischöfe sollen "deutlich machen, dass wir eins sind"

Mit einem eindringlichen Appell des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, für die Einheit der katholischen Kirche und die Ökumene ist am Sonntag der 101. Katholikentag im westfälischen Münster zu Ende gegangen. Alle Getauften seien "Glieder am Leibe Christi - ob evangelisch, katholisch oder orthodox, wir gehören zu ihm", sagte der Münchner Erzbischof am Sonntag in einem Festgottesdienst unter freiem Himmel auf dem Schlossplatz. Christen sollten diese Einheit weltweit vertreten.

Mit Blick auf den Streit innerhalb der Bischofskonferenz über die Kommunion für evangelische Christen mahnte Marx auch hier zur Einigkeit. Die katholische Kirche müsse "ringen um den rechten Weg" und "deutlich machen, dass wir eins sind - auch wir Bischöfe", sagte der Kardinal und fügte unter dem Beifall tausender Gläubiger hinzu: "Wir wollen uns bemühen darum."

Die Bischofskonferenz hatte im Februar mit deutlicher Mehrheit beschlossen, dass bei Ehepartnern verschiedener Konfession künftig in Einzelfällen auch der protestantische Partner die Kommunion empfangen darf. Sieben Bischöfe um Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki lehnten den Beschluss ab und wandten sich an Papst Franziskus, der die deutschen Bischöfe zur Einigung aufrief.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf forderte in dem Streit nun ein Einlenken der Minderheit unter Führung Woelkis. "Wir müssen heraus aus dieser Logik der Unterstellung und des Verdachts, die so tut, als wäre die Mehrheitsposition lehramtlich nicht mehr in der Spur", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" laut Vorabmeldung vom Sonntag.

Durch den Brief Woelkis und sechs weiterer Bischöfe an den Vatikan fühle er sich "persönlich getroffen", insofern darin vor einer Gefährdung des Glaubens und der Kircheneinheit gewarnt werde. "Wenn ich den Papst richtig verstehe, dann sieht er diese Gefahr nicht", sagte Kohlgraf. Franziskus erwarte eine möglichst einmütige Haltung der Bischöfe.

Der von Mittwoch bis Sonntag dauernde Katholikentag in Münster als größte Veranstaltung katholischer Laien stand in diesem Jahr unter dem Leitmotiv "Suche Frieden". Unter den zehntausenden Teilnehmern waren auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Bei vielen Veranstaltungen wurde über Themen aus Kirche und Gesellschaft diskutiert.

Nach dem Katholikentag in Münster findet im kommenden Jahr der Evangelische Kirchentag in Dortmund statt. Im Jahr 2021 begehen die katholische und die evangelische Kirche gemeinsam den dritten Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main.


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