10.05.2018, 09:35 Uhr

Berlin (AFP) Bundesregierung verurteilt mutmaßliche iranische Angriffe auf israelische Armee

Bilder vom mutmaßlichen Abfangen israelischer Raketen. Quelle: SANA/AFP/Handout (Foto: SANA/AFP/Handout)Bilder vom mutmaßlichen Abfangen israelischer Raketen. Quelle: SANA/AFP/Handout (Foto: SANA/AFP/Handout)

Auswärtiges Amt warnt nach Gefechten in Syrien zugleich vor weiterer "Eskalation"

Die Bundesregierung hat die mutmaßlichen iranischen Raketenangriffe auf Stellungen der israelischen Armee verurteilt und zugleich vor einer Eskalation gewarnt. "Diese Angriffe sind eine schwere Provokation, die wir auf das Schärfste verurteilen", erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Donnerstag in Berlin. Israel habe "ein Recht auf Selbstverteidigung".‎

Es sei "entscheidend, dass es jetzt nicht zu einer weiteren Eskalation kommt", erklärte die Sprecherin. ‎Dies bedeute insbesondere, "dass wir alles unternehmen müssen, damit es endlich zu einer nachhaltigen politischen Lösung des Syrien-Konflikts kommt". Dies sei nötig, "um das Leiden der syrischen Bevölkerung zu beenden, aber auch, um die Stabilität in der gesamten Region nicht weiter zu gefährden".

Vor der Bundesregierung hatte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zur "Deeskalation" aufgerufen und angekündigt, die jüngsten Gefechte in Syrien während seines Besuchs in Aachen am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu besprechen. Die russische Regierung rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf.

Die israelische Armee hatte nach eigenen Angaben in der Nacht zum Donnerstag dutzende iranische Ziele in Syrien attackiert und getroffen. Damit reagierte Israel nach eigenen Angaben darauf, dass der Iran rund 20 Geschosse auf israelische Stellungen auf den besetzten Golanhöhen abgefeuert habe.

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärte, die Armee habe "nahezu die gesamte iranische Infrastruktur" beschossen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei den israelischen Angriffen mindestens 23 Menschen getötet.

Israel fühlt sich durch die Präsenz des Iran im Nachbarland Syrien massiv bedroht. Zugleich sieht sich das Land in seinen Warnungen vor Teheran durch die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump bestärkt, aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen. Trump hatte den Ausstieg der USA am Dienstag verkündet, die übrigen Vertragspartner wie Frankreich, Deutschland und Großbritannien wollen an der Vereinbarung mit Teheran festhalten.


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